17.10.2016, 10:57 Uhr

Drehscheibe für die E-Mobilität

Es wird elektrisch: Carsharing mit Energie aus der Steckdose hält in wenigen Wochen in Gmünd Einzug.

GMÜND (mm). 35 Euro für einen ganzen Tag soll die Nutzung des E-Golf kosten, den man ab 1. Jänner 2017 für kleine und große Wege nutzen kann. Ob für den Touristen, der ohne Auto mit dem Zug kommt und mobil sein möchte oder für die kleine Urlaubsreise: Für alle, die umweltfreundlich unterwegs sein wollen – und im Besitz eines Führerscheins sind – steht das 150 PS starke E-Mobil zur Verfügung.

Das Fahrzeug
Stadtrat Benjamin Zeilinger zur Entscheidung für den Volkswagen: "Das Auto dürfte für die meisten Fahrer keine Rätsel aufgeben, den Golf kennt man." Außerdem sei die Technik (Thema Akku!) im Ernstfall günstig zu reparieren, ein wichtiger Punkt. Mit 270 Nm Drehmoment ist das Fahrzeug ausreichend stark, doch Tempobolzer werden es schwer haben, denn bei 140 km/h ist Schluss. Realistische 130 Kilometer sind mit einer Ladung drin, im Winter werden es eher 110 Kilometer sein.

Wie funktioniert es?
Das Fahrzeug kann online mittels App rund um die Uhr gebucht werden. Wer dies nicht kann, hat die Möglichkeit, im Stadtamt Gmünd während der Öffnungszeiten persönlich zu buchen. Das Auto ist mit einer entsprechend der Buchung freigeschalteten Karte zugänglich, welche auch nur für diese Zeit gültig ist. Das Auto wird vollgeladen – und per Standheizung aufgeheizt oder im Sommer gekühlt – übernommen, jedes weitere Tanken ist vom Nutzer zu bezahlen. Wer nicht tageweise bucht, kann um 7 Euro für die erste Stunde elek-#+trisch fahren, jede weitere Stunde wird 2,50 Euro kosten.

Energie bitte!
Gleichzeitig mit dem Carsharing-Projekt gehen zwei E-Tankstellen in Betrieb: eine in Gmünd Neustadt am Schubertplatz (mit 11KW, ohne Schnellladung) und eine direkt vor dem Gemeindeamt, wo auf zwei Stellplätzen auch schnell geladen werden kann und wo das Fahrzeug übergeben wird. Die Bauarbeiten beginnen ab dem 19. Oktober. "Wir wollen mit der Station vor dem Stadtamt eine Drehscheibe für Elektromobilität schaffen!", so Benjamin Zeilinger.

Wohin du willst!
Kilometer-Begrenzung gibt es keine. "Wenn jemand es schafft, in 24 Stunden mit den erforderlichen Auftankvorgängen ganz Österreich abzufahren, kann er das zumindest in der Anfangszeit gerne tun, wir werden zu Beginn sehr locker sein", so Zeilinger bei der Vorstellung des Projektes beim Energiestammtisch an der AVIA-Station Gmünd. Auch kann das Auto über mehrere Tage gebucht werden.
Doch Achtung, "Big Brother" ist immer mit dabei: so wird das Auto per GPS jederzeit ortbar sein, es können unzählige Betriebsdaten abgefragt werden, wie Akkustand oder auch "Tür offen". Somit dürfte der Gmünder Golf wohl eher nicht das Schicksal eines deutschen E-Bikes teilen: das tauchte plötzlich in Dänemark auf!
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