17.10.2017, 11:50 Uhr

Pension für alle, aber wie?

Ein Infoabend der AKNÖ mit mehreren Experten sollte Licht ins Dunkel beim Pensionsantritt bringen.

GMÜND (mm). Wann kann man in Pension gehen? Welche Möglichkeiten gibt es – und natürlich: Wie viel bekommt man? Das waren die Kernfragen, die im Kulturhaus den fast 300 Besuchern am Herzen lagen. Ruhestand ist für jeden ein Thema, viele Halbwahrheiten dazu geistern herum.

Sind Pensionen sicher?
Auch wenn es für die meisten logisch klingt: Die Pension ist keine Versicherung, für die man Prämien zahlt und die man an einem bestimmten Stichtag "rausbekommt". Die Erwerbstätigen zahlen somit für die Pensionisten. Und solange die Balance der beiden Parteien und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen passen, ist die Pension sicher. Also, keine Panik – oder doch?

Roboter besteuern?
Wer arbeitet, zahlt in die Kassa. Doch was ist mit denen, die Arbeitsplätze vernichten, also Maschinen, die Arbeiter ersetzen? Horst Pammer, Vizepräsident der AKNÖ, stellte in den Raum, Maschinen zu besteuern, damit das Pensionssystem auch weiter funktioniert. Denn die Roboter werden nicht weniger, im Gegenteil!

Ungleichheit und Privileg?
"Die Privilegierten kriegen doch viel mehr!" – Kennen Sie das? Entwarnung geben konnte Experte Alfred Obermayer, der hier auf betrieblich gewährte Sonderrechte verwies, die natürlich die Pension mehr erscheinen ließen, aber: "Niemand kriegt mehr als ihm zusteht oder weil er wen kennt, wir leben in einem Rechtsstaat." Außerdem wird kontinuierlich an den Richtlinien gearbeitet. Ein Prozess, dessen Ergebnisse nicht jeweils sofort wirksam werden, der vielmehr für Jahre im Voraus geplant und immer wieder angepasst wird, damit alles finanzierbar und doch gerecht bleibt.

Privat ist besser?
Das könne man so nicht sagen, das hänge sehr vom Beginn der privaten Vorsorge ab, so Dieter Grebin von der PVA. Es mache keinen Sinn fünf Jahre vor Pensionsantritt noch eine private Vorsorge aus der Versicherungsbranche zu treffen: "Das kostet viel zu viel und bringt nichts mehr!" Man solle eher eventuell vorhandenes Geld in alternative Vorsorge stecken: Immobilienerwerb (eine kleine Wohnung zum Vermieten), vertragliche Pflegevereinbarungen, Hausverkauf auf Leibrente seien hier gute Ansätze. Der berühmte Golddukaten bringt mehr als die zu spät eingezahlte Versicherungsprämie. Wer hingegen schon früher vorsorge – wobei sich das natürlich nicht jeder leisten könne – sei hier klar im Vorteil.

Transparenz zählt!
"In den 90ern musste man unzählige Berechnungen machen, um die Pensionshöhe zu ermitteln, heute geht das ganz einfach", erläuterte Dieter Grebin das Pensionskonto, das über www.meinpensionskonto.at, finanzonline oder eine Handy-App einsehbar ist. Er riet, einmal jährlich Einblick zu nehmen. So sieht man, ob alles ordnungsgemäß gemeldet wurde und wie sich der Kontostand entwickelt. Aber: "Das ist nur eine Momentaufnahme! Es wird sicher mehr, keinesfalls weniger!"
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