Bgm. Kogler sagte dem Minister die Meinung

2. LT-Präs. M. Khom, BM G. Klug, Bgm. H. Kogler und Militärkommandant H. Zöllner
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ST. RADEGUND. Seinen Unmut brachte der sonst so besonnen wirkende Bürgermeister von St. Radegund bei der Angelobungsfeier in seiner Gemeinde deutlich zum Ausdruck. "Ab Oktober soll die Militärmusik Steiermark nur mehr aus 20 Personen bestehen. Das heißt, dass zehn Kaderleute – mich eingeschlossen – gehen müssen. Wohin, konnte uns allerdings noch niemand sagen", so Kogler.
Die Militärmusik Steiermark umrahmte diesen feierlichen Festakt musikalisch und spielte letztmalig in der derzeitigen Besetzung den großen österreichischen Zapfenstreich bei Fackelbeleuchtung.

Eine Feier mit Buhrufen

Eigentlich sollte es am neugestalteten Dorfplatz hauptsächlich um die Angelobung von rund 140 Rekruten des Fliegerabwehrbataillons 2 aus Zeltweg und die Einstimmung auf die Feierlichkeiten zur 150-Jahrfeier des ÖKB St. Radegund gehen.
Bürgermeister Kogler nahm die letzte Ausrückung der Militärmusik Steiermark vor der Verringerung ihrer Mitgliederanzahl allerdings zum Anlass, um ein persönliches Statement abzugeben, und sagte im Beisein von Minister Klug auch deutlich seine Meinung zu den Einsparungsmaßnahmen bei der Militärmusik.
Kogler erntete dafür tosenden Applaus von den zahlreichen Anwesenden. Als der – auf diese Situation natürlich vorbereitete – Minister daraufhin zur Causa Stellung nahm, waren auch einige Buhrufe aus dem Publikum zu vernehmen. Minister Klug brachte danach die Flüchtlings-Tragödie im Burgenland zur Sprache und drückte sein Bedauern aus; die Zwischenrufe verstummten.
Daraufhin konnte das Fest ohne weitere Zwischenfälle außerordentlich feierlich mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Bundesheer und Kultur weitergehen.

Auszug aus Koglers Rede:

Auszug aus der Ansprache von Bgm Hannes Kogler anlässlich der letzten Ausrückung der Militärmusik Steiermark im Rahmen der Angelobung von Rekruten des FlaB 2 aus Zeltweg am 28. August 2015 im heilklimatischen Luftkurort St. Radegund bei Graz
…Meine sehr geschätzten Damen und Herren, gestatten Sie mir abschließend noch ein Wort zur Militärmusik Steiermark.
Es ist dies heute die letzte Ausrückung der Militärmusik Steiermark. Nach einer Übergangsphase wird es ab 01. Oktober 2015 Österreichweit nur mehr eine einzige Militärmusik geben, nämlich jene in Wien. Diese Wiener Militärmusik wird künftig 8 Außenstellen in den Bundesländern betreiben -sogenannte Ensembles- wobei diese Ensembles mit nur mehr 20 Musikern pro Bundesland besetzt sein werden. Für jene unter uns, die sich in der Musik auskenne und im Speziellen in der Blasmusik die wissen, dass man mit 20 Musikern weder einen Marsch spielen kann, noch ein Konzert und schon gar nicht einen „Großen Österreichischen Zapfenstreich“ zur Aufführung bringen kann.
Ich halte daher die Auflösung der Militärmusiken in den Bundesländern für einen ganz großen Fehler, weil damit nicht nur eine jahrzehntelange, gelebte und bestens bewährte Tradition zerstört wird, sondern weil damit auch eine erstklassige Ausbildungsstätte für dutzende junge Musikerinnen und Musiker in den Bundesländern massiv eingeschränkt und beschnitten wird. Dass künftig bei diesen Ensembles nur mehr 13, anstatt bisher 30 Grundwehrdiener ihren Musikdienst versehen können und dass diese 13 Grundwehrdiener nur mehr 4 Monate anstatt bisher 13 Monate ihren Musikdienst verrichten dürfen, ist dabei nur ein schwacher Trost und wird in Wahrheit einer Militärmusik nicht gerecht.
Kein Frieden ohne Kultur und keine Kultur ohne Frieden!
Die österreichischen Militärmusiken waren in den vergangenen Jahrzehnten demnach nicht nur Botschafter der österreichischen Kultur in der ganzen Welt, sondern sie waren vor allem auch Botschafter des Friedens.
Es ist daher unklug, wie hier mit unseren Militärmusiken umgegangen wird, denn gerade in Zeiten wie diesen, dürfen wir auf Botschafter des Friedens nicht verzichten.
Nachdem ich aber ein unverbesserlicher Optimist bin halte ich es mit dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer der einmal gemeint hat:
„Niemand kann mich daran hindern, über Nacht klüger zu werden“
Das wünsche ich mir, das wünsche ich ihnen und das wünsche ich unserer Bundesregierung im Zusammenhang mit den österreichischen Militärmusiken…

Autor:

Katharina Grasser aus Graz-Umgebung

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