Ein Globetrotter wird sesshaft in Gratwein-Straßengel

Mario Schwaiger  protestierte mit der Gewerkschaft für höhere Löhne. Auf dem Schild steht "Klare Verträge sind unser Recht. Erlasst Regulierungen. Regierung Jokowi". (Jokowi, ist eine Abkürzung für den Staatspräsidenten Indonesiens Joko Widodo)
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  • Mario Schwaiger protestierte mit der Gewerkschaft für höhere Löhne. Auf dem Schild steht "Klare Verträge sind unser Recht. Erlasst Regulierungen. Regierung Jokowi". (Jokowi, ist eine Abkürzung für den Staatspräsidenten Indonesiens Joko Widodo)
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  • hochgeladen von Edith Ertl

Seinen Zivildienst absolvierte Mario Schwaiger in Israel, Ungarn und Polen. Dann füllte er die weißen Flecken seiner Landkarte mit Leben. Der gebürtige Osttiroler erkundete jobbend die halbe Welt. Sesshaft wurde er in Gratwein-Straßengel, wo er als Forscher an der Technischen Universität Graz arbeitet und auch studiert.

Schwaiger studierte Bergbau in Leoben, bevor es ihn in die Welt zog. Usbekistan, Kirgistan, Tadschikistan, Kambodscha, Vietnam – es sind nicht gerade die Touristenpfade, die es dem Globetrotter angetan haben. „Ich habe mich bei der „Saigon Times“ beworben und vorgestellt. Und nachdem es in der Ho-Chi-Minh-Stadt nur wenig englischsprachige Journalisten gibt, hatte ich den Job. Ich habe aber nur Reiseberichte geschrieben, mit politischen Themen passt man besser auf“. Später arbeitete er als Informatiker für eine österreichische Firma in Zentralasien und ein Semester als Lehrer in Indonesien.

„Trotz extremer Bedingungen habe ich viele gastfreundschaftliche Menschen erlebt. Unzählige Male wurde ich zum Essen eingeladen, oft von Wildfremden, denen ich etwa im Bus begegnet bin. Ich kam als Fremder und ging als Freund“. Wie in der Steppe von Tannu Tuva im südlichen Teil von Sibirien. „Dort wohnte ich mit einer Familie in einer Jurte. Die Pferde in der unendlichen Weite der Steppe gehören allen und niemandem. Wir ritten kilometerweit und es tat mir leid, den Mustang nach der Reise wieder ziehen zu lassen“.

Letzten Sommer verbrachte der 29jährige in St. Petersburg. „ich habe dort Kurse auf der Technischen Universität besucht, weil ich meine Sprachkenntnisse erweitern wollte“, sagt Schwaiger. Auch durch die Speisekarte der Welt kostete sich der Globetrotter. Zimperlich darf man da nicht gerade sein. „Kulinarisch habe ich die merkwürdigste Erfahrung in Kambodscha gemacht“. Schwaiger war dort als Lehrer in einem Dorf tätig, als ihn der Schulleiter zu einem privaten Fest lud. „Die Leute dort sind sehr gastfreundlich, da muss man zugreifen, wenn einem etwas angeboten wird“. Schwaiger spricht ein bisschen Khmer, als er aber fragte, was er da gerade gegessen hatte, verschlug es ihm doch kurz die Sprache, es war Hundefleisch. Der Schuldirektor übersetzte „Dog, do you like it?“. Es schmeckte wie Rind, auch die Sauce war nicht schlecht. Verstohlen wischte Schwaiger eine Ameise vom Teller, bis er merkte, es waren derer viele und die grüne Ameisensauce für dortige Begriffe eine Delikatesse. Es ist alles eine Frage der Kultur, ist der Weltenbummler überzeugt. Sein Lieblingsgericht ist ein Graukäse aus seiner Osttiroler Heimat. „Er wird aus entrahmter Milch hergestellt und riecht mit zunehmender Reife ziemlich stark“, lacht Schwaiger. In Gratwein-Straßengel schlägt der Globetrotter Wurzeln. „Je länger ich hier bin, desto mehr schätze ich meine neue Heimat“

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