In Kalsdorf wird ein Garten zur Bühne

Der Unkrautkübel kann warten, Elfi Greiner arbeitet sich im Garten in die Regie von „die Eisernen“ ein.
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  • hochgeladen von Edith Ertl

Vor zwei Jahrzehnten entdeckte Elfi Greiner mit einer Gruppe Gleichgesinnter die Bretter der Welt. Was ursprünglich als Theater im Freundes- und Familienkreis gedacht war, entwickelte sich rasch zum Publikumsmagnet.

Heute zählt die Theaterrunde Kalsdorf (TRUNK) zu den Kulturbotschaftern der Gemeinde mit Gastspielen weit über Österreichs Grenzen hinaus. In der jetzigen Produktion führt Greiner Regie. „Die Eisernen“ haben am 1. Juli um 20:00 Uhr in ihrem Garten Premiere (Infos 0664-4349314), Aufführungen gibt es bis 9. Juli.

Als Willkommensgruß blüht am Zaun von Elfi Greiners Haus das Liebstöckel und verströmt einen feinen aromatischen Duft. Das Gewürz, das sparsam verwendet jede Rindsuppe verfeinert, blüht in Gesellschaft von Thymian, Begonien und Gemüse. Hier ist das Rückzugsgebiet der TRUNK-Obfrau und hier lernt sie ihre Rollen, tüftelt an Kostümen und Regieanweisungen. Einmal im Jahr öffnet sie ihr grünes Refugium für eine Theaterproduktion, der Garten wird dabei zur Kulisse und oskarverdächtig zum besten Nebendarsteller.

Entstanden ist die Theaterrunde aus einer Gruppe Erstkommunion-Eltern, „der frühere Kalsdorfer Pfarrer Horst Hüttl (heute Pfarrer im Pfarrverband Übelbach, Deutschfeistritz-Peggau) hat uns zur Schauspielerei ermutigt“, blickt Greiner zurück. „Ruck-zuck hatten wir einen Aufführungstermin, noch ehe wir uns für ein Stück entschieden hatten“. Erster Obmann wurde der damalige Religionslehrer Florian Kaufmann (†2014), der als Theaterdirektor das werte Publikum begrüßte.

Nach vielen Jahren der Lustspiele, wagte sich TRUNK 2009 an ein neues Genre heran und bringt zum Kömödienherbst zusätzlich Weltliteratur in den Sommerproduktionen. „Auf dieser Bank dort sitzen bald die Eisernen“, sagt Greiner und zeigt auf den Ort des Theatergeschehens. Hilde Korber, Hans-Peter Ertler und Josef Decker sind die ideale Besetzung für das Stück von Aldo Nicolaj. Es ist eine berührende Geschichte über drei alternde Menschen, die in ihr Leben blicken lassen. Einsam und krank, von den Kindern nur geduldet oder abgeschoben, verkörpern die Eisernen das Leben der an den Rand der Gesellschaft gedrängten Alten, die trotzdem Ja zum Leben sagen.

„Als meine Mutter erkrankte und sich geistig in ihre eigene Welt zurückzog, schrieb ich mein erstes Stück. Mit „Irina auf fremder Erde“ versuchte ich diese schwere Zeit zu verarbeiten“, sagt Greiner. Ein Jahr darauf folgte „Maifieber“ und das dritte Drehbuch wartet nur mehr darauf, auf Papier gebracht zu werden, „im Kopf habe ich es schon“ gibt die Autorin preis, die beruflich bei MAGNA arbeitet „Theater, Regie und Dramaturgie machen mir viel Freude, meine Theaterrunde und meine Familie geben mir Kraft und Halt. Ein harmonisches Miteinander ist mir sehr wichtig, ich denke das spürt auch unser Publikum“.

www.theaterkalsdorf.at

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