Beim Sparverein zählt die Gemeinschaft

Hat die Finanzen der Sparvereinsmitglieder "Zur Eisenbahn" beim Gasthof Lammer genau im Blick: Obmann Peter Saurer
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  • Foto: WOCHE
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Sparvereine wurden schon oft totgesagt. Nicht so in ländlichen Gebieten, hier wird fleißig gespart.

Am Weltspartag müssen die Sparschweinderl und Sparstrümpfe wieder dran glauben. Echte Weltmeister im Sparen sind aber auch das ganze Jahr über zu finden – in den traditionellen Wirtshäusern, denn sie sind die Heimstätte der Sparvereine. Um Zinsen geht es dabei schon lange nicht mehr, die gibt es nämlich praktisch gar nicht mehr. Hierbei steht das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund – auch, wenn es heutzutage nicht mehr so einfach ist, zu sparen.

Sparen ist etwas Geselliges

Beim Gasthof Lammer in Gratwein-Straßengel wird schon seit den 1970er-Jahren fleißig gespart. 150 Mitglieder zählt der Sparverein "Zur Eisenbahn" unter Obmann Peter Saurer. Seither hat sich die Lust am Sparen nicht verringert, im Gegenteil: Beim Lammer wurden es mit den Jahren immer mehr Sparfüchse, auf begehrte Sparkasterl wird geduldig gewartet. Zweimal im Monat wird ausgehoben. Im Jahr kommen gut 100.000 bis 130.000 Euro zusammen, verrät Saurer stolz. "Beim Sparen zählt die Gemeinschaft. Das Sparen beim Wirten ist eine gesellige Sache. Das macht auch den Reiz aus. Und es ist ein bisschen ein Denkanstoß, nicht zu vergessen, ins Gasthaus zu gehen", lacht er. Die Vereinsmitglieder finden so auch zu unterschiedlichen Feierlichkeiten, Frühschoppen und Ausflügen zusammen. Die Mitglieder sind bunt durchgemixt. "Obwohl es immer mehr an der Jugend fehlt. Die haben den Sinn dieser Art des Sparens nicht so verdeutlicht", sagt Saurer.

Banken fördern Sparvereine

Der bürokratische Aufwand dahinter ist nicht gering. Sechs Vorstandsmitglieder arbeiten daran, genau Protokoll zu führen: Schlüssel werden penibel geheim aufbewahrt, das Geld wird gezählt und überprüft, in Listen eingetragen, nachkontrolliert, und Bestätigungen werden mehrfach getätigt. Beim Lammer gibt’s sogar ein Geldprüfgerät – sicher ist sicher. "Dann wird das natürlich zur Bank getragen, dort wird erneut alles genau unter die Lupe genommen. Das sind viele einzelne Schritte, aber ich mache es noch immer sehr gerne."
Zu finden sind die klassischen Sparvereine mit den blechernen, nummerierten Kästen an den Wänden. Während alteingesessene Sparvereine gehegt und gepflegt werden, haben es neue nicht leicht. Denn mit dem leidigen Wirtesterben nimmt die Zahl der Sparvereine stetig ab. Und auch, weil es gar nicht mehr so einfach ist, sein Geld dort zu horten. Emsige Sparer, die nämlich mehr als 1.500 Euro sparen und in ihren Sparschlitz stopfen, müssen sich nach der Geldwäscheverordnung legitimieren. Mit Name, Adresse, Geburtsdatum und Ausweiskopie. Banken wie Raiffeisen in Hausmannstätten nehmen den Aufwand, den ein Sparverein verursacht, aber gerne in Kauf. "Dieser Einsatz ist es uns als Regionalbank wert, den Spargedanken in der Region zu fördern", lässt Martin Sohnle, Vorstand der Raiffeisenbank in Hausmannstätten, wissen.

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