Das „Fledermauskraftwerk“

Manfred Knollzeigt Robert Zechner die "Wohnungen" der Fledermäuse
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Das Murkraftwerk in Friesach produziert nicht nur sauberen Strom, es bietet auch zahlreichen Tieren ein Zuhause – zum Beispiel Fledermäusen

Wie lassen sich Technik zur Stromerzeugung und Artenschutz vereinbaren? Durch das Verbund-Murkraftwerk in Friesach. Die speziellen Nischen an der Fassade bieten heimischen Fledermäusen einen Schlafplatz – und die Stillgewässer einen Futterplatz.

Quartiere für vier Arten

Auf den ersten Blick lassen sich die Fledermaus-Quartiere am Kraftwerk gar nicht erkennen. Sieht man genauer hin, erkennt man aber an den Holzwänden an der Südseite eine leichte Neigung: und genau in diesen kleinen Spalten leben gleich vier Fledermausarten. „Das ist vergleichsweise schon ein Wahnsinn, so etwas gibt es normal nicht“, so Bernd Freitag, Artenschutzbeauftragter für Fledermäuse in der Steiermark.

Schlafplatz und Futterplatz

Durch die Nischen haben die Fledermäuse nun einen Schlafplatz nahe ihres Jagdgebiets: dem Stillgewässer am Kraftwerk. Denn hier sammeln sich Insekten, die die Fledermäuse nachts jagen. Und dieses Fledermausparadies konnte praktisch kostenlos gebaut werden – die Fassade wurde nur leicht geändert und auch optisch fällt es nicht auf. „Für uns war das super und der Mehraufwand ist gering“, so Verbund-Sprecher Robert Zechner.

Paradies für Pflanzen und Tiere

Aber nicht nur Fledermäuse leben in der Umgebung des Wasserkraftwerks – sie ist auch das Zuhause von vielen heimischen Pflanzenarten. Und genau das macht das Kraftwerk Friesach zu einer solchen Besonderheit: es wurde bereits in den 1990er-Jahren gebaut, das Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Kraft gesetzt, die Kriterien wurden dennoch eingehalten. Und so wurde das Kraftwerk samt Umgebung zu einer „Spielwiese der Ökologie“, so Betriebsmeister Martin Knoll. Ohne menschliches Zutun hat sich die Natur entwickelt, Tiere fanden hier ihren Lebensraum und auch die Grünflächen rund um das Kraftwerk wurden nicht von Menschen gepflanzt.

Zwischen Technik und Umweltschutz

Heute ist die Umsetzung der UVP Standard, durch die damals FREIWILLIGE Rücksichtnahme auf die Umwelt ist das Verbund-Murkraftwerk in Friesach aber ein Pionierprojekt. Und ein Erfolgsprojekt in zweierlei Hinsicht. Aus Sicht der Technik, denn es werden jährlich durchschnittlich 60 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt und damit etwa 15.000 Privathaushalte mit sauberer Energie versorgt. Und aus Sicht des Artenschutzes, denn so wird vielen Tieren, darunter auch den heimischen Fledermäusen, ein Zuhause geboten.
Carina Vanzetta

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