Digitale Medien: Der Nachwuchs im Netz

Im Internet zuhause: Kinder und Jugendliche kommen mit der digitalen Entwicklung erstaunlich rasch mit.
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Twittern, sharen und liken: Die Welt, in der wir leben, ist eine, in der digitale Medien nicht mehr wegzudenken sind. Das Fortschreiten der Digitalisierung hat die Lebensrealität in den vergangenen 20 Jahren enorm verändert. Wie wirken sich diese Veränderungen aber auf Kinder und ihre Entwicklung aus? Das Kinderhaus "Kinder am Straßenglerberg" wollte es wissen und lud zum Fachvortrag.

Kindliche Entwicklung

Medienkompetenz steht immer häufiger auf dem heimischen Schulplan. Schritt zu halten mit der digitalen Entwicklung fällt nämlich vor allem dem Nachwuchs leicht. Wer Nichten, Neffen oder Enkelkindern schon einmal über die Schulter geblickt hat, stellt erstaunt fest, dass sie Tablets und Smartphones spielend leicht bedienen können – noch bevor "Mimi ist im Haus" korrekt mit der Hand geschrieben wird. Die einen heißen das weniger gut, die anderen sehen darin für den Nachwuchs enorme Vorteile: "Speziell für das Alter von null bis sechs Jahren, da sich in diesem Zeitraum die Grundlagen für die kognitiven Fähigkeiten wie Kreativität, räumliches Vorstellungsvermögen und soziale Kompetenz entwickeln", weiß Brigitta Kocher, Reformpädagogin, die im Kinderhaus referierte.

Hemmende Faktoren

Die digitale Kommunikation kann nicht vermitteln, wie soziale Beziehungen funktionieren. Das kann nur durch den Kontakt mit anderen Menschen gelernt werden. Nichtsdestoweniger gilt bei Kindern und Jugendlichen der Umgang mit Facebook, Snapchat und Co. als Qualifikationsmerkmal, um Teil der Gruppe zu sein. Auch wenn sich online unterhalten wird, so brauchen Kinder, meint Kocher, die Resonanz auf ihr Verhalten, um die Welt und Zusammenhänge zu verstehen, um Richtig von Falsch unterscheiden zu können. Rollenspiele untereinander sind für Kinder unverzichtbar, damit sie ein soziales Miteinander, Empathie und Frustrationstoleranz erlernen, rät sie. "Die elterliche Präsenz ist der ausschlaggebende Faktor für die Entwicklung von Kindern. Und das nicht nur im Umgang mit digitalen Medien."

Fantasie und Erfahrung

Es sei den Eltern gegönnt, die Kinder auch ein paar Minuten vor den Fernseher zu setzen. Die Aufmerksamkeit ist dabei jedoch auf das passive Wahrnehmen beschränkt, so Kocher, das eigene Interagieren, die Fantasie und Selbsterfahrungen werden ausgeschaltet. Da sich die Plastizität des Gehirns gerade in den ersten Lebensjahren entwickelt und die Grundlagen für die spätere soziale Kompetenz gelegt werden, vertritt die Pädagogin die Meinung: "Kinder bis zu sechs Jahren brauchen keine Medienerfahrungen für ihre Entwicklung. Erst ab dem Schulalter empfiehlt sich ein Umgang mit Medien."

Fakten, Infos und Diskussionen

- Die Reformpädagogin Brigitte Kocher ist Leiterin eines Grazer Kindergartens, verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen in der Elternarbeit und hat eine Schrift zum Thema Medien und Kinder veröffentlicht. Unter den etwa 60 Anwesenden befanden sich hauptsächlich Pädagogen und Betreuer aus der Umgebung. 

- Im Vortrag ging es um die kindliche Entwicklung – welche Faktoren diese fördern und welche hemmen. Speziell für das Alter von 0 bis 6 Jahren.
- In der anschließenden Diskussionsrunde kam u. a. die Frage auf, ab wann der Umgang von negativen auf nützlichen Einfluss beginnt und ob von digitalen Medien auch positive Effekte ausgehen können. 

„Die gibt es, wenn die Kinder alt genug sind - ab dem Schulalter -und ihnen ein sinnvoller Umgang mit den Medien beigebracht wird.“

Unabhängig davon, ob man diese Haltung angesichts der vorangeschrittenen Digitalisierung teilen mag oder nicht, vertritt Kocher die Ansicht: 

Die elterliche Präsenz ist der ausschlaggebende Faktor für die Entwicklung von Kindern.“

Autor:

Christina Kipferling aus Graz-Umgebung

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