"Kinder am Straßenglerberg"
Ein Haus für Groß und Klein feiert

Mit dem eigens komponierten Lied "Wir sind die Kinder vom Straßenglerberg" werden 25 Jahre Kinderhaus gefeiert.
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  • Foto: Kinderhaus
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Dieser Tage gibt es im Kinderhaus "Kinder am Straßenglerberg" einmal mehr einen Grund zu feiern: Vor 25 Jahren gründete Anita Grasser mit einer Gruppe engagierter Familien in Judendorf-Straßengel den Verein "Kinder am Straßenglerberg". Mit der WOCHE blickt die pädagogische Leiterin auf die Geschichte des Hauses zurück. Und darauf, wie sich Kindererziehung im Laufe der Zeit verändert hat.

Vom Erproben und Tun

Ein Haus für Groß und Klein, in dem die Türen offen stehen: Die Idee des Vereins war es, eine Umgebung zu schaffen, in der jedem Kind der Raum und die Zeit gegeben wird, den es braucht, um "Meister seiner selbst zu werden". Aus dem ehemaligen Gasthaus Kniebeiss wurde eine Einrichtung für 25 Kindergartenkinder nach dem Erziehungs- und Bildungsmodell von Maria Montessori geschaffen. Nach drei Jahren stellte Fritz Lammer neue Räumlichkeiten zur Verfügung. Heute sind 155 Kinder im Alter von 18 Monaten bis zum zehnten Lebensjahr im Kinderhaus beherbergt. 28 qualifizierte Pädagogen betreuten die Kids. "Vor 25 Jahren wussten wir noch nicht, wie wichtig es gerade in Zukunft sein würde, Kindern einen Ort in wertschätzender Umgebung bereitzustellen, an dem sie eigenaktiv, eigenständig und selbstorganisiert die Welt erkunden, erfahren, sich erproben können", sagt Grasser. Darüber hinaus sollen die Kinder Platz für ihre Spontaneität, Neugierde und Kreativität finden. Innerhalb klarer Rahmenbedingungen und Grenzen können sie so herausfinden, was ihr Tun für Auswirkungen auf sie selbst, andere und die Umwelt hat.
Das alles, sagt die pädagogische Leiterin, habe in all den Jahren aber nicht ohne eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern funktioniert. "Darauf legen wir großen Wert. Miteinander reden, sich austauschen und aktive Mitarbeit." Auch die Gemeinde, "besonders unser Bürgermeister Harald Mulle, der uns die letzten 16 Jahre bei unserer Erziehungs- und Bildungsarbeit unterstützt hat", ist Teil des Kinderhauses.

Von Werten und Fehlern

So wie sich Kinder verändern, verändert sich auch die Kindererziehung. Dabei erschweren dem Nachwuchs heutzutage mehr Umstände, ihr vorhandenes Potenzial auszuschöpfen, als es früher der Fall war. Etwa der sprunghafte Anstieg der Digitalisierung und allgemein veränderte Lebensbedingungen. "Die Flut an Informationen, Schnelllebigkeit, Zeitdruck, ein ständiger Wettbewerb zueinander oder uneingeschränkte Konsumerlebnisse, also alles haben zu wollen, und das sofort", weiß Grasser aus jahrelanger Erfahrung zu berichten.
Das Schwinden der Werte und stabiler Beziehungen führen zu Ratlosigkeit, Orientierungs- und Grenzenlosigkeit, und das ist mit ein Grund, dass sich Kinder heute anders entwickeln, dass es immer häufiger zu Auffälligkeiten und Defiziten kommt, meint sie. "Die uns anvertrauten Kinder brauchen keine Förderprogramme, sie brauchen uns, den Erwachsenen, als ihr Vorbild, der ihnen Liebe, Geborgenheit, Beziehungssicherheit, Zeit, Wertschätzung und Verständnis entgegenbringt", sagt sie. Auch der Mut, Fehler machen zu dürfen und zu akzeptieren und Kinder bei ihren Enttäuschungen zu begleiten, sei wichtig.

Autor:

Nina Schemmerl aus Graz-Umgebung

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