Fachkräftemangel in Gesundheit und Pflege – und dennoch droht Bildungseinrichtung in Seiersberg das Aus

Das Thema wurde vergangene Woche im Landtag behandelt. Lösung gibt es bislang aber nur für drei Viertel der Schüler. Diese sollen in andere Schulen ausweichen und dort ihren Abschluss machen. Weil die Schüler diese Aussagen aus der Landtagssitzung aber so nicht bestätigen können, kündigten sie Protestkundgebungen an.
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  • Das Thema wurde vergangene Woche im Landtag behandelt. Lösung gibt es bislang aber nur für drei Viertel der Schüler. Diese sollen in andere Schulen ausweichen und dort ihren Abschluss machen. Weil die Schüler diese Aussagen aus der Landtagssitzung aber so nicht bestätigen können, kündigten sie Protestkundgebungen an.
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  • hochgeladen von Edith Ertl

Es fehlt an geschultem Personal in der Gesundheits- und Krankenpflege. Und dennoch droht einer Schule in Seiersberg-Pirka, die sich seit über zwei Jahrzehnten der Aus- und Weiterbildung in diesem Beruf verschrieben hat, die Schließung. 161 Schüler bangen um ihren Abschluss, zehn Mitarbeiter und Lehrende um den Arbeitsplatz.

Runder Tisch könnte Lösung bringen

Eine langjährige, komplizierte Situation könnte sich durch einen Lokalaugenschein der zuständigen Landesbehörde in Wohlgefallen auflösen. Unweit des Gemeindeamtes von Seiersberg-Pirka, befindet sich die ProPraxis Gesundheits- und Krankenpflegeschule, die vor 21 Jahren von der diplomierten Krankenschwester Daniela Kollegger berufsbegleitend gegründet wurde. „Berufstätige wissen, wie schwer es ist, sich neben Job und Familie weiterzubilden“, sagt Kollegger. Eine höhere Qualifikation bringt mehr Erfüllung im Beruf und meist auch mehr Gehalt. Hunderte Frauen und Männer machten durch ProPraxis einen Karrieresprung, indem sie sich von der Pflegehilfe zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegefachkraft (DGKP) weiterbildeten oder zur Stations- oder Pflegedienstleitung

Die Nachfrage ist groß, weshalb ProPraxis den Standort wechselte um die Ausbildungskapazität zu erhöhen. Hell und modern zeigen sich die Unterrichtsräume in der 620 Quadratmeter großen Bildungseinrichtung in Seiersberg. Neben Klassenzimmern und Sozialräumen ist das Herzstück der mit allen technischen Raffinessen ausgestattete große Vortragssaal. Mit dieser Schule kehrt die Seiersbergerin zurück zu ihren Wurzeln. Und hier scheint auch der Knopf zu sein, dessen Auflösung ein langjähriges Verwaltungsverfahren zum Guten wenden könnte.

Nicht mehr existenter Standort als Stein des Übels

Nach langjährigem Rechtskonflikt ließe sich ein Bescheid der Behörde auch so interpretieren, dass die Schule keine Bewilligung zum Betrieb mehr habe. Nach dem Verständnis von ProPraxis bezieht sich dies auf einen nicht mehr existenten Standort, „denn die neuen Räumlichkeiten in Seiersberg haben Vertreter der zuständige Behörde noch nie betreten“, sagt Kollegger.

Die Stärke von ProPraxis liegt in der berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildung in Abendveranstaltungen und Blockseminaren. Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen geben Mitarbeitern auch ohne Matura die Chance, sich hier höher zu qualifizieren. Menschen mit Migrationshintergrund bauen sich in einem Mangelberuf eine berufliche Existenz auf. Wiedereinsteiger finden hier den beruflichen Anschluss nach der Kinderpause. Wegen des vorherrschenden Fachkräftemangels in der Pflege gibt’s auch Förderungen vom AMS. „Wir haben Schüler, die mehrere Stufen in der Karriere bei uns absolviert haben“, sagt Kollegger. So sind in der Hauskrankenpflege sowie in Pflege- und Krankenanstalten ehemalige Schüler der ProPraxis als DGKP tätig, aber auch in Führungspositionen.

Für durch die Schließung betroffene Schüler hat das Land eine Hotline eingerichtet. „Hier habe ich nur die Auskunft bekommen, dass ich mich nach einer anderen Schule umsehen soll“, sagt eine Schülerin. Schulsprecher Andreas P. (34) startete eine Petition, die inzwischen 500 Unterschriften aufweist.

Lösung in Sicht?

„Ich wünsche mir ein Gespräch mit der zuständigen LR Juliane Bogner-Strauß und dem Herrn Landeshauptmann und ich lade die im Land Verantwortlichen ein, sich vor Ort ein Bild von unserer Schule zu machen“, sagt Kollegger, die inzwischen einen neuerlichen Bewilligungsantrag bei der Behörde gestellt, aber darauf noch keine Antwort erhalten hat.

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