Gedenken an in der Dult ermordete Juden

Dieses Bild aus dem Jahr 1940 zeigt, wie die Dult zur Zeit der Todesmärsche ausgesehen hat.
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  • Foto: M. Tonsern privat
  • hochgeladen von Katharina Grasser

Am 4. April 1945 wurden im Gratkorner Ortsteil „Dult“ ungarische Juden, die zuvor einer Todesmarschkolonne entkommen waren, von SS-Soldaten hingerichtet. "Im Gedenken an dieses furchtbare Ereignis organisiere ich gemeinsam mit Verantwortlichen der Marktgemeinde Gratkorn eine Gedenkveranstaltung. Sie soll ein deutliches Zeichen gegen Vergessen und für das Erinnern und Mahnen an die Zeit des Nationalsozialismus in Österreich sein", erklärt Maximilian Tonsern. Der Gratkorner, der derzeit an der FH Joanneum studiert, beschäftigt sich schon seit Langem mit Themen aus der NS-Zeit.


Es wird weitergehen

"Vor allem ist Gratkorn die erste Gemeinde in diesem Becken Judendorf/Gratwein usw., die meines Wissens eine derartige Veranstaltung macht. Es sind ja auf den Todesmärschen fast überall Menschen gestorben oder ermordet worden", so Tonsern. Klarerweise sei eine Gedenkveranstaltung nur eine einmalige Sache: "Ich sehe sie als Anstoß für weitere Aktivitäten oder ein gezieltes längerfristiges Erinnern, das zum Beispiel in einen Gedenkstein in der Dult münden könnte. Den zu errichten ist mein Ziel."
So haben auch Tonserns Recherchen mit der Veranstaltung sicherlich kein Ende gefunden: "Man darf – ganz banal gesagt – nie damit aufhören, an die furchtbare Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern, ganz nach dem Zitat von Roman Herzog, dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten: 'Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.'"
Der Student merkte rasch, dass aus dem ursprünglich privaten Interesse an dieser “Weltkriegs-Story” immer mehr wurde. "Es ist ein innerer Drang, darüber zu berichten, es aufzuarbeiten. Das bin ich – das sind wir – den Opfern schuldig". Und selbst bei der Geschichte in der Dult liege noch einiges im Dunkeln: "Ich werde also sicher weiterarbeiten und -recherchieren", verspricht er.
Die Multimedia-Reportage über die in der Dult ermordeten Juden finden Sie unter: https://nursoldaten.creatavist.com/story/5826

Das Programm
Informations- und Gedenkveranstaltung am 8. November um 19 Uhr in der Musik- und Kunstschule Gratkorn: Einleitung von Maximilian H. Tonsern (Geschehnisse in Gratkorn), Karl Albrecht Kubinzky, Historiker aus Graz (Überblick zu den Todesmärschen im Jahr 1945), Rainer Possert, Aktivist für eine Gedenkstätte im ehemaligen Anhaltelager Liebenau (Lager V in Graz), Musikalische Umrahmung: Karl Haidmayer und Karlheinz Pöschl

Dieses Bild aus dem Jahr 1940 zeigt, wie die Dult zur Zeit der Todesmärsche ausgesehen hat.
Maximilian Tonsern: "Die Gedenkfeier ist für mich sehr wichtig – sie ist ein Zeichen für das Gedenken und Erinnern."
Autor:

Katharina Grasser aus Graz-Umgebung

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