Gelebte Integration

Direktor Helmut Tippl versucht sich mit Augenbinde und Blindenstock in Julians Situation hinein zu versetzen
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  • Direktor Helmut Tippl versucht sich mit Augenbinde und Blindenstock in Julians Situation hinein zu versetzen
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Integration ist kein Tabu-Thema, sie steht überall an der Tagesordnung – auch in der Neuen Mittelschule Deutschfeistritz.

Es läutet zur Deutsch-Stunde, Lesen steht auf dem Programm. Julian Gimplinger, Schüler der 1. Klasse, freut sich darauf, denn Lesen gehört zu seinen Hobbys. Doch er schlägt nicht wie alle anderen ein Buch auf – Julian schaltet seinen Computer ein und bewegt seine Finger über eine Braille-Zeile. Julian ist blind.

Integration
Blinde Schüler werden in der Steiermark integrativ unterrichtet, es gibt also keine eigenen „Blinden-Klassen“. Schon während seiner Volksschulzeit in Gratwein war Julian mit sehenden Kindern in einer Klasse. Probleme gab und gibt es dabei keine, Julian hat auch jetzt in Deutschfeistritz schnell Freunde gefunden und fühlt sich wohl: „Das Arbeiten in der Schule geht gut“, erzählt Julian. Er erledigt all seine Arbeiten wie alle anderen auch, zum Beispiel in Geografie: während seine Mitschüler die Europa-Karte im Atlas betrachten, tut er das auf einer speziellen Karte mit Erhöhungen und Braille-Schrift darauf.

Unterstützung
Doch: „Ohne mobile Blindenlehrer wäre das nicht möglich“, so Carmen Gimplinger, Julians Mutter. Acht Stunden pro Woche kommt Blindenlehrerin Marija Gschaider-Kraner zu Julian in die Klasse und arbeitet mit ihm. „Wenn die anderen BE [Bildnerische Erziehung; Anm. der Redaktion] haben, mach ich blindenspezifische Übungen. Das sind Sachen, die halt so anfallen“, so Julian. Zu diesen Sachen zählen zum Beispiel Stocktechnik oder Orientierungsübungen im Schulgebäude.

Alltag
Für die Neue Mittelschule Deutschfeistritz entschied man sich nicht zuletzt wegen des positiven Empfangs. „Wir sind sehr gut in der Schule aufgenommen worden. Alle haben sich wahnsinnig bemüht“, so Carmen Gimplinger. Sie ist stolz darauf, wie gut es ihrem Sohn geht und wie gut er sich entwickelt hat, nicht nur in der Schule: Julian lernt zum Beispiel auch Schifahren. Und geht mit ihr gemeinsam ihrem großen Hobby nach, dem Reisen. Letztes Jahr waren sie in Rom, Venedig, Berlin und Paris. Und auch in Zukunft wird Julian viel reisen, Sport machen und viel lernen – durch Integration, Verständnis und „normalen“ Umgang.
Carina Vanzetta

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