Gemeinderat sieht Optimierungsbedarf beim GUSTmobil

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Doch Gemeinderat Günter Lesny übt nun Kritik an dem Mikro-ÖV-System. "Es geht nicht darum, das GUSTmobil oder das Prinzip des Mikro-ÖV schlechtzureden", sagt Lesny, "sondern aus der für die Gemeinden großteils schlechten Situation das Beste zu machen, ein gescheites Mikro-ÖV-System, von dem alle was haben können." Konkret sieht Lesny Optimierungsbedarf bei den Finanzen und dem ökologischen Aspekt.

Hohe Kosten

Während etwa die Hitzendorfer, Semriacher und Liebocher das GUSTmobil häufig nutzen, haben die St. Radegunder bislang nur 350 Fahrten gemacht. "Im Jäner 59 Fahrten, im Februar bislang 39", teilt er mit. Dies lasse sich, so der Grünen-Gemeinderat, mit der Finanzierung nicht vereinbaren. Der Dreijahresvertrag kostet den Gemeinden rund 2,64 Millionen Euro. "Damit kostet eine durchschnittliche Fahrt 2017 in St. Radegund (5,52 km) absolut 48,56 Euro (8,80 Euro pro km)." Einen klaren Preisvorteil sieht er bei Fahrten mit Taxis, obwohl diese bald auf ein einheitliches Preissystem umsteigen (s. dazu den Artikel 'GU-Taxi: Keine Angst vor einheitlichem Taxitarif'). Den positiven Trend zur Nutzung des GUSTmobils im Grazer Süden sieht er im öffentlichen Versorgungsverkehrsnetz.

Ökologischer Aspekt

Als überregionale Anschlussmöglichkeit zum öffentlichen Verkehr habe das System ebenso wenig Positives hervorzubringen, meint Lesny: "Ich habe im ersten halben Jahr aufgrund der Fahrzeiten keine Fahrt gefunden, die dies erfüllen konnte. Dafür gibt es viele Fahrten zu Zielen innerhalb der Gemeinde." Dafür würde es zu viel Leerfahrten geben, die darüber hinaus wenig transparent sind. "Derzeit sind es die Leerkilometer für die Gemeinden, die noch nicht freigeschaltet sind; diese müssen darüber aufgrund des Fördervertrags mit dem Land einen Nachweis erbringen."

Lösungsansätze

 Für Lesny sei absehbar, dass das GUSTmobil auf diese Weise, über den Bezirk gesehen, nicht funktionieren kann. "Es muss doch möglich sein, dass die an sich gute Idee des Mikro-ÖV nicht wegen selbst gemachter Hürden scheitert." Mögliche Lösungen könnten aus seiner Sicht mit Vertrags-Neuverhandlungen, dem Angleichen von Fahrbereitschaft und Nutzungsbedarf sowie mit Datentransparenz gefunden werden. "Die Grünen Steiermark haben dazu auch über Landessprecher Lambert Schönleitner eine schriftliche Anfrage an die Landesregierung eingebracht. Es gilt auch eine für alle Beteiligten – Bürger, Gemeinden, GUSTmobil, Taxiunternehmen, Land und Umweltschutz – faire und finanzierbare Lösung zu finden", sagt er.

Günter Lesny: "Wir brauchen ein gescheites Mikro-ÖV-System, von dem alle etwas haben können."

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