Im Gemeinderat gibt's zu wenig Frauen

In Thal ist Gerhild Langmann Vizebürgermeisterin an der Seite von Bürgermeister Matthias Brunner (l.).
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Der Gemeinderat in GU-Nord ist männlich dominiert. Was sagen die Vizebürgermeisterinnen denn dazu?

Die aktuelle Bundesregierung hat es vorgemacht: Von den 15 Ministerposten werden mehr als die Hälfte, genauer gesagt acht, von Frauen besetzt. Im heimischen Gemeinderat in GU-Nord sieht es mit den weiblichen Mitgliedern dagegen dürftig aus. Obwohl: Im Norden des Bezirks gibt es sogar drei Vizebürgermeisterinnen.

Nur 80 Frauen dabei

Laut dem Österreichischen Gemeindebund sind es aktuell 177 Frauen, die das Amt der Bürgermeisterin bekleiden, 23,2 Prozent Frauen sitzen in den Gemeinderäten. Damit sind mehr Frauen in den Amtsstuben vertreten als je zuvor. Trotz dieser guten Nachricht zeigt sich, dass es noch zu wenig Ortschefinnen gibt – im Bezirk gibt es mit Waltraud Walch in Dobl-Zwaring und Barbara Walch in Wundschuh zwei Frauen an der Polit-Spitze.
GU-Nord hat in den 15 Gemeinden insgesamt 270 Gemeinderäte. Aber nur 80 davon sind Frauen (siehe Info unten) – das sind gerade einmal 29,6 Prozent regionale weibliche Kraft in der Gemeindepolitik. So gibt es in Deutschfeistritz nur zwei Frauen bei insgesamt 20 Gemeinderäten. Dagegen sind in St. Radegund oder St. Oswald bei Plankenwarth knapp die Hälfte der Sessel im Gemeinderat von Frauen besetzt, jeweils insgesamt sieben von 15.

Es gibt viel Potenzial

Weit höher als die Anzahl der Bürgermeisterinnen ist die der Vizebürgermeisterinnen. Laut Gemeindebund haben 366 Frauen in Österreich diese Position inne. In Graz-Umgebung Nord sind es drei: Doris Dirnberger unterstützt als Vize in Gratwein-Straßengel, Andrea Menguser in Kumberg und Gerhild Langmann in Thal den Bürgermeister. Doch warum gibt es so wenig Frauen in der Gemeindepolitik? Über mögliche Gründe sind sich die Damen einig: "Man möchte es vielleicht nicht hören, aber zum einen ist es die Doppelbelastung, Familie und Job, die es Frauen kaum ermöglicht, auch noch die Zeit, die Gemeindepolitik benötigt, aufzubringen", sagt Dirnberger. Zum anderen sei es auch noch immer so, dass Politik männlich dominiert wird. "Persönlich hatte ich das Glück, immer gut mit Männern zusammenarbeiten zu können und meine Ideen auch durchzusetzen. Aber ich wünsche mir schon, dass noch mehr Frauen mitarbeiten." "Ich finde es natürlich sehr schade, dass es wenig Bürgermeisterinnen gibt. Es gibt viele Frauen, die das Potenzial dazu haben. Aber ich weiß, wie viel Zeit es in Anspruch nimmt, um als Bürgermeister unterwegs zu sein", sagt auch Langmann. Für sie selbst ist der Posten als Vizebürgermeisterin absolut in Ordnung. "Matthias Brunner und ich, wir sind ein sehr gutes Team. Das passt schon so", schmunzelt sie.

Wer einen Blick auf die Gemeinde-Homepages wirft, sieht: In Graz-Umgebung Nord gibt es insgesamt 270 Gemeinderäte. Nur 80 davon sind Frauen. Die Aufteilung ist:

Gemeinderäte, davon weibliche (in Prozent):
- Deutschfeistritz: 20, 2 (10 Prozent)
- Frohnleiten: 26, 7 (26,9 Prozent)
- Gratkorn: 25, 9 (36 Prozent)
- Gratwein-Straßengel: 31,10 (32 Prozent)
- Kumberg: 20, 3 (15 Prozent)
- Peggau: 15, 5 (33,3 Prozent)
- Semriach: 20, 7 (35 Prozent)
- Stattegg: 15, 3 (20 Prozent)
- Stiwoll: 9, 3 (33,3 Prozent)
- St. Bartholomä: 15, 6 (40 Prozent)
- St. Oswald bei Plankenwarth: 15, 7 (46,6 Prozent)
- St. Radegund: 15, 7 (46,6 Prozent)
- Thal: 15, 4 (26,6 Prozent)
- Übelbach: 15, 3 (20 Prozent)
- Weinitzen: 14, 4 (28,5 Prozent)

In Thal ist Gerhild Langmann Vizebürgermeisterin an der Seite von Bürgermeister Matthias Brunner (l.).
In Gratwein-Straßengel bilden Vizebürgermeisterin Doris Dirnberger und Bürgermeister Harald Mulle ein Team.
Autor:

Nina Schemmerl aus Graz-Umgebung

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