In Quarantäne in St. Anton: Ein Gratwein-Straßengler berichtet

Unternehmer Michael Gollinger aus Gratwein-Straßengel ist in Quarantäne in St. Anton am Arlberg. Er verrät der WOCHE GU-Nord, wie es ihm geht.

Die Corona-Virus-Pandemie breitet sich weiterhin in ganz Europa aus. Regionen, die dafür bekannt sind, dass Einheimische wie auch ausländische Touristen vermehrt aufeinandertreffen, gelten als Kerngebiete sprunghafter Ansteckungszahlen. Solche Hot-Spots sind auch die beliebten Skigebiete in Tirol. Die Folge ist jedem bekannt: Um die Ausbreitung zu stoppen wurde die behördliche Quarantäneanordnung ausgesprochen. Die Straßen wurden leerer, die Menschen bleiben zu Hause. Nachdem etwa Ischl, das Paznauntal oder Sölden gesperrt wurden, traf es auch St. Anton am Arlberg. Seither sitzen auch Gollinger und seine Frau in Quarantäne.

„Es geht eh jedem gleich"

„Uns geht es gut, sehr gut sogar. Gesundheitlich und überhaupt“, sagt Gollinger über das Telefon. Seit 7. März sind die Beiden vor Ort. Ziel der Reise war nicht nur das Skivergnügen, eigentlich wollte das Paar die gemeinsame Tochter besuchen, die mit ihrem Freund in St. Anton am Arlberg lebt und einen Gastronomiebetrieb führt. „Ursprünglich wollten wir am Samstag, den 14. März, wieder nach Hause, aber am Freitag kam die Nachricht, dass sozusagen zugemacht wird.“ Es habe zwar Unsicherheit gegeben, aber alles im Allem, so Gollinger, verlief die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Gemeindebewohner und Polizei professionell und zügig. „Wir nehmen es locker, die Situation ist, wie sie ist. Wir bleiben zu Hause in unserem Apartment und achten auf uns.“

Wie überall im Land heißt es nun: Ruhe bewahren und zu Hause bleiben. „Es geht eh jedem gleich. Wir halten genug Abstand, gehen mal spazieren und beschäftigen uns, so gut es geht“, sagt er. Als das Gebiet unter Quarantäne gesteckt wurde, verfolgte er auch die Nachrichten aus anderen Bundesländer. „Was mich wirklich gewundert hat, waren diese ganzen Hamsterkäufe. Die gab es hier nicht, nicht mal zu Beginn“, so Gollinger, der die Disziplin der Leute lobt. Verärgert zeigt er sich allerdings ob der doch verzögerten Maßnahmen im Hinblick auf den Skitourismus. „Die Skigebiete hier gehören alle irgendwie zusammen, sind irgendwie miteinander verbunden. Da hätte man schon früher reagieren müssen. Zu dem Zeitpunkt waren einfach noch zu viele Touristen, etwa aus den Niederlanden oder England, hier.“

Autor:

Nina Schemmerl aus Graz-Umgebung

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