Gratwein-Straßengel
Mit 90 Tafeln quer durch die Geschichte

Nahmen sich der Kulturgeschichte der Marktgemeinde an und geben ihr Wissen mit Helfern weiter: Dieter und Maria Grill
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  • Nahmen sich der Kulturgeschichte der Marktgemeinde an und geben ihr Wissen mit Helfern weiter: Dieter und Maria Grill
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Ein neues Projekt macht in Gratwein-Straßengel die eigene Kulturgeschichte noch sichtbarer.

Der Pleschwirt ist eines der ältesten dokumentierten Gebäude der Marktgemeinde Gratwein-Straßengel: 1147 wird laut päpstlicher Urkunde das Gut Plesch als Besitz des Stifts Rein bestätigt. Das weiß, wer sich durch die Ortschroniken liest, aber auch, wer zukünftig hier beim heutigen Gasthaus vorbeikommt. Denn im gesamten Gemeindegebiet werden aktuell die letzten von insgesamt 90 Tafeln an historisch relevanten Häusern und denkmalgeschützten wie auch erinnerungswürdigen Objekten angebracht, die mehr über das Leben von anno dazumal verraten.

Bauernhöfe und Hexen

Noch im 19. Jahrhundert war der Luckenbauer-Hof einer der größten Bauernhöfe in Judendorf-Straßengel, und der Bildstock "Breites Kreuz" zwischen Judendorf und Gratwein verweist darauf, dass hier einst Verbrecher, also Wettermacher und Hexen, hingerichtet wurden. Diese und mehr Informationen zur Historie von Gratwein-Straßengel macht ein Projekt nun sichtbar, das eigentlich schon früh geboren wurde: Vor gut zehn Jahren haben Maria Grill und ihr Mann Dieter bei einer ihrer vielen Reisen im niederösterreichischen Retz derartige Hinweistafeln entdeckt und die Idee in ihre Heimatgemeinde gebracht.

Identitätsstiftendes Projekt

"Es hat ein wenig gedauert, um das Projekt umzusetzen. Begonnen hat es damals schon in Gratwein, aber auf uns sind auch viele Leute aus den anderen Ortsteilen zugekommen. Und wir wollten es nicht unvollständig lassen", sagt Maria Grill, auch im Hinblick auf die Gemeindestrukturreform. Es sollte auf Wunsch von Bürgermeister Harald Mulle schließlich ein ortsübergreifendes, identitätsstiftendes Vorhaben werden – und dank der freundlichen Genehmigung der heutigen Hausbesitzer konnte es nun zügig umgesetzt werden. Wissen bewahren, lautet das Ziel. "Wir haben selbst noch viel über die Gemeinde gelernt. Die Generationenspaziergänge (Anm. d. Red.: Kooperation mit dem Generationenhaus. Alle Infos gibt es hier nachzulesen) waren auch ein großer Gewinn", so Grill.

Viel wertvolles Wissen

Die wertvollen Daten lieferte zum Großteil Pater Clemens Brandtner, der sein Wissen aus Bücherreihen zu Häuserverzeichnissen und auch Grundbüchern mitsamt Vulgonamen weitergibt. Der gebürtige Semriacher befasst sich selbst schon seit den 1970-Jahren mit der Erforschung der Heimatgeschichte. Dabei suchte er immer wieder alte Bauernhöfe auf und begab sich auf die Spuren einstiger Besitzer. Und so hat der Pfarrer von Großstübing auch schon Bücher und etliche Broschüren mit historischen Abrissen für unterschiedliche Gemeinden, etwa St. Bartholomä oder St. Oswald, herausgebracht.

Zusammen mit Ortskundigen, dem Ehepaar Grill und Erwin Weingrill für Gratwein, Ralf Höfer für Gschnaidt, Harald Monetti und Josef Huber-Grabenwarter für Judendorf-Straßengel sowie Irmgard Reiter und Gerhard Fürnhammer für Eisbach-Rein, wird die Geschichte der Marktgemeinde erfahrbar.
Eine Broschüre, die alle Hinweistafeln auflistet, ist bereits in Planung.

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