St. Radegund
Müll-Pilotprojekt: Restmülltonne wird zur "Spardose"

St. Radegund sagt mit einem neuen Gebührensystem den übervollen Restmülltonnen den Kampf sehr erfolgreich an.
  • St. Radegund sagt mit einem neuen Gebührensystem den übervollen Restmülltonnen den Kampf sehr erfolgreich an.
  • Foto: Rainer Maichin
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Pilotprojekt "PAYT – pay as you throw" sorgt in St. Radegund für Einsparungen beim Restmüll.

Von Karton-Verpackungen diverser Online-Riesen bis hin zu vermehrtem Plastikaufkommen aufgrund von Fertiggerichten: Corona ließ und lässt die Müllberge wachsen. Kein Wunder, denn die Menschen sind vermehrt zu Hause, ergo hat sich 2020 auch auf das Abfallverhalten ausgewirkt. Dass Müllsparen in diesen Zeiten aber durchaus möglich ist, beweist St. Radegund.

Neues Gebührensystem

In Kooperation mit dem Abfallwirtschaftsverband Graz-Umgebung haben die St. Radegunder im letzten Jahr Maßnahmen gegen den Restmüll gestartet. Das Pilotprojekt "PAYT – pay as you throw" zielt, wie es der Name schon verrät, darauf ab, mit einem neuen Gebührensystem nur das zu zahlen, was in die Schwarze Tonne kommt. Ein simples System, um ein Umdenken beim Wegwerfen hervorzurufen – denn wer nicht pauschal zahlen muss, sondern nur dann, wenn der Rest auch wirklich voll ist, überlegt einmal mehr, was reingehört. Und spart Kosten.
Durch eine Identifizierung der Restmüllbehälter wurde eine bedarfsgerechte Entleerung und Verrechnung ermöglicht. Die Vorbereitungen umfassten dabei Gebührenanpassungen (die Verrechnung pro Entleerung), der Austausch der Behälter durch neue mit sogenannten RFID-Tags (die Behälter lokalisieren können) sowie die Umstellung von Müllsäcken auf Tonnen. "Topografisch gesehen, kommt der Müllwagen nicht in jede Ecke. Deshalb gab es bei uns Sammelstellen, wo die Leute ihren Müll in Säcken abstellen konnten. Durch den Tausch kann damit der Sack, der ja schon Müll ist, auch eingespart werden", sagt Gemeinderat Günter Lesny.

22 Kilo weniger Restmüll

Während viele Gemeinden 2020 mit enormen Restmüllmengen kämpfen mussten, reduzierte sich die Menge im Kurort um 47.000 Kilogramm – das bedeutet 22 Kilogramm pro Einwohner weniger. "Der Müll ist individualisiert worden. Tonnen wurden verkleinert oder vergrößert, um sie an die Bedürfnisse der Haushalte anzupassen", so Lesny. "Wir sind überrascht, dass es uns schon im ersten Jahr des Projekts gelungen ist, so viel einzusparen." Besonders erfreulich ist dieses Ergebnis, weil es keine wesentliche Verschiebung des Rests zum Sperrmüll gab. Zwar sei die Sperrmüllmenge gestiegen, dafür wurde auch mehr davon am richtigen Ort im Altstoffsammelzentrum abgegeben. Insgesamt ergibt in St. Radegund die Reduktion von Sperr- und Restmüll 13 Prozent und rund 17 Kilo pro Einwohner als noch 2019. "Das hat auch finanzielle Auswirkungen. Die Entsorgungskosten haben sich um rund zehn Prozent reduziert." Vorerst ist das Projekt auf Privathaushalte ausgelegt, die Überlegung, das System auch bei Mehrparteienhäusern anzuwenden, ist aber vorhanden: "In Siedlungen herrscht noch viel Anonymität. Da wird viel häufiger einfach alles weggeschmissen. Wir setzen hier auf Information. Vielleicht können die Kosten die Mieter zum Umdenken bewegen."


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