Expertentipp
Multitasking, Stress und das Vergessen

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Wer kennt es nicht: Man sucht verzweifelt nach dem Schlüssel in der Handtasche, dabei ist er gar nicht drinnen. Oder man ist sich nicht mehr sicher, ob das Nudelwasser schon gesalzen wurde. "Falls Ihnen solche Momente öfter passieren, sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie vielleicht zu viel um die Ohren haben", meint die WOCHE-Expertin und psychologische Beraterin Anna Katharina Lanz.

Gleichzeitig erledigen

Mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen, sogenanntes Multitasking, gilt beinahe als Selbstverständlichkeit, um durch den Alltag zu kommen. Napoleon Bonaparte gilt als der bekannteste Multitasker der Geschichte: Ihm wird nachgesagt, dass er zur selben Zeit einen Brief lesen, einen weiteren schreiben und einen dritten diktieren konnten.
Manchmal geschieht Multitasking ganz nebenbei – ohne dass wir es merken. Ein Beispiel: Wer in der Mikrowelle etwas warm machen will, steht wohl kaum auf die Sekunde genau so lange daneben, bis das Signal ertönt. Man holt währenddessen einen Teller, schenkt Saft ein oder faltet die Serviette. Ein anderes Beispiel: Sie können telefonieren, während Sie sich eine Notiz machen oder die Blumen gießen. Ja, auch das ist Multitasking. 

Gedankenlücken vermeiden

Multitasking gilt als Zeichen der Intelligenz. Und es lässt sich trainieren. Doch das bedeutet nicht, dass Multitasking auch immer gesund ist. "Nicht wenige Menschen meinen, Sie können immer mehr auf sich laden und immer mehr Aufgaben nebeneinander erledigen. Sie laufen Gefahr, dabei Gedankenlücken aufzubauen", sagt Lanz. Äußere Auffälligkeiten können sein, immer öfters Dinge zu vergessen oder Gegenstände zu verlegen.
Irgendwann kann sich das verselbstständigen und man kombiniert das Vergessen mit einem selbstauferlegten Druck. "Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, die sich selbst im Berufsleben überfordern und auch im Privaten nicht zum Ausgleich kommen, dann müssen Sie das Vergessen als Stresssymptome ernst nehmen", so die Expertin. Und Lanz warnt: "Tun Sie das nicht! Sie laufen Gefahr, in ein Burnout zu rasseln. Suchen Sie Hilfe, solange Sie dazu noch eigenständig fähig sind."

Kontakt:
Anna Katharina Lanz hilft als psychologische Beraterin in schwierigen Situationen oder wenn große Entscheidungen getroffen werden müssen. Sie arbeitet nach den Methoden der integrativen Gestalttherapie und der dialogisch-systemischen Familientherapie. Als WOCHE-Expertin steht sie unseren Lesern zur Seite.
Kontakt: anna.lanz@inode.at, 0660/222 6330; Praxis: Hörgas 238, 8103 Gratwein-Straßengel

Die WOCHE-Expertin Anna Katharina Lanz zu "Darum ist vergessen gut für uns".

WOCHE-Expertin und psychologische Beraterin Anna Katharina Lanz

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