Merkscha
Nachhaltige Kunst der Veredelung

Millimetergenaue Arbeit: Martin Dobnik (mit Kollegin Melanie Trobos-Pinter) zeigt, wie aus einem Baum edles, natürliches Furnier wird.
  • Millimetergenaue Arbeit: Martin Dobnik (mit Kollegin Melanie Trobos-Pinter) zeigt, wie aus einem Baum edles, natürliches Furnier wird.
  • Foto: WOCHE
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Im Furnierwerk Merkscha werden seit 1948 Mensch und Hölzer zusammengebracht.

Ein Leben ohne die Wälder ist gerade für Steirer undenkbar. Ein Spaziergang in der Grünen Mark erdet, der Duft von Holz verbreitet eine heimelige Atmosphäre, und das edle Design von Großmutters Kommode weckt Erinnerungen. Seit 1948 hat es sich das Furnierwerk Merkscha in Gratwein-Straßengel zur Aufgabe gemacht, aus ausgewählten Bäumen natürliches Furnier zu fertigen – und Mensch und Holz zusammenzubringen. "Jeder Baum ist ein Unikat. Jeder Baum erzählt Geschichte. Holz begleitet die Menschen ein Leben lang, von der Wiege bis zum Sarg. Wir sind umgeben von Wäldern und leben mit der Natur", sagt Produktions- und Betriebsleiter Martin Dobnik, der der WOCHE einen Einblick in das Werk gibt.

Wunderwuzzi-Produkt

Bei Merkscha, dem größten Arbeitgeber in der größten Gemeinde des Bezirks, hat Wertschöpfung oberste Priorität. Dank Plaketten können Kunden den Baum sogar bis in den Wald zurückverfolgen. "Kein Rohstoff ist so nachhaltig wie Holz, der Recyclingprozess beinahe unendlich. Es ist ein Wunderwuzzi-Produkt. Und ein ehrliches Produkt", sagt Dobnik stolz. Alles, was aus Holz gefertigt wird, kann mit ruhigem Gewissen gekauft werden. "Wenn es nicht mehr gebraucht wird, entsteht dank der beachtlichen Ressourcenschonung auch kein Schaden. Das einzig ‚Schlimme‘, das einem mit Holz passieren kann, ist ein eingezogener Holzspan."

Sechs Arbeitswege

Als Lohnmesserwerk produziert Merkscha ausschließlich für Kunden. Mit dem Endprodukt beginnt also erst die eigentliche Arbeit für Schreiner, Tischler, Industriebetrieb und Co., denn mit den Furnieren, die noch genau Wuchs, Farbe oder Alter des Baumes erkennen lassen, werden Inventar, Oberflächen oder Vertäfelungen verschönert. Insgesamt 18 Mal werden die edlen Holzblätter dabei von den Mitarbeitern weitergereicht, bevor das fertige Furnier die Hallen verlässt. Und um aus einem Baum ein einzigartiges Design zu zaubern, sind sechs Arbeitswege notwendig: Am Holzplatz wird das Qualitätsrundholz gelagert und vor dem Austrocknen und der Rissbildung bewahrt. Beim Sägen wird über die Schnittstärke bestimmt und in der sogenannten Grube das Holz schonend gekocht. Das Messern ist die Königsdisziplin, hier entscheidet sich, in welcher Stärke (von 0,3 bis 5 Millimeter) das Furnier den Kunden erreicht. In den Trockenanlagen werden die Furniere mit heißer Luft entfeuchtet und mit Walzen gebügelt. Der letzte Weg führt durch die Scherenstraße; hier wird das Furnier zugeschnitten und vermessen.

Menschliches Know-how

Furnierte Möbelstücke als Grabbeigabe von Tutanchamun beweisen, dass die Kunst des Furnierens eine sehr lange Tradition hat. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die mühsamen handwerklichen Schritte nach und nach mechanisiert. Bei Merkscha allerdings ersetzen die Maschinen kein handwerkliches Know-how, das Furnierwerk zählt nämlich zu jenen Betrieben, die mit den Jahren immer mehr Arbeitskräfte einstellen konnten. Das liegt, so Dobnik, daran, dass "keine Maschine diese Genauigkeit hinbekommt. Wir können immer auf den Fleiß der Mitarbeiter zählen. Viele sind schon seit Jahrzehnten dabei. Sie wissen genau, was sie tun", so der Produktionsleiter.

Zum Unternehmen:
Das Unternehmen "Furnierwerk Merkscha GmbH" wurde 1948 von Otto Merkscha gegründet; 100 Mitarbeiter zählt es heute. Seit 1997 wird auch in Celje produziert. Furniert werden können Baumstämme bis einer maximalen Länge von 5,30 Metern in allen gängigen Schnittstärken bis zu fünf Millimeter. "Modernste Technologie, menschliches Know-how und jahrzehntelange Erfahrung bringen aus Holz das Edelste hervor", lautet das Credo. 

Kontakt: "Furnierwerk Merkscha GmbH", Judendorferstraße, 8112 Gratwein-Straßengel, 03124/51751, office@merkscha.at, www.merkscha.at

Autor:

Nina Schemmerl aus Graz-Umgebung

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