Stift Rein blickt auf den Jahreskreislauf

Der „Keplertisch“ im Stift Rein gibt Antwort auf viele astrologische und astronomische Fragen, wie 2018 wird, weiß er nicht.
3Bilder
  • Der „Keplertisch“ im Stift Rein gibt Antwort auf viele astrologische und astronomische Fragen, wie 2018 wird, weiß er nicht.
  • hochgeladen von Edith Ertl

Wird’s besser? Wird’s schlimmer?, fragt man alljährlich. Wie Kinderbuchautor und Journalist Erich Kästner (1899-1974) stellt sich wohl die halbe Menschheit zum Jahreswechsel diese Frage. Sicher ist, das neue Jahr fängt bei uns mit einem Feiertag an, hat exakt 365,24 Tage oder 52,17 Wochen. Der Einfachheit halber wird abgerundet, dafür aber wird alle paar Jahre ein Schalttag eingeschoben. Andernfalls würden wir in Hunderten von Jahren Silvester im Frühling feiern.

Die Wissenschaft der Kalendererstellung oblag früher Mönchen. Beda der Ehrwürdige, Mönch, Theologe und Geschichtsschreiber, entwickelte im Frühmittelalter das astronomische Handwerkzeug dafür. Hauptinteresse war die Berechnung des Osterfestes. Während die Weihnachtsfeiertage ein fixes Datum haben, hängt Ostern mit dem ersten Vollmond im Frühling zusammen.

Kalendertisch im Stift Rein hat viele Antworten

Ein Prunkstück im Stift Rein ist ein Kalendertisch aus dem Jahr 1607, dem die Mönche den Namen „Keplertisch“ gaben. In eine Steinplatte geätzt findet sich hier ein bis heute faszinierendes Kalendarium. Neben Sonnenaufgängen, Mondphasen und Tageslängen sind darauf die Tagesnamen, Tierkreiszeichen und Monatsbilder zu bestaunen. Auch die Tagesgötter Sol, Luna, Mars, Mercurius, Jupiter, Venus und Saturn haben ihren Platz. Zeichnungen veranschaulichen die Monate im Jahreskreislauf und zeigen die Arbeit auf dem Acker, im Stall oder Weinkeller. Anders als heute, waren im Mittelalter Astrologie (Deutung der Sterne) und Astronomie (Himmels- und Sternenkunde) vielfach miteinander verbunden.

Ob 2018 besser oder schlimmer wird, lässt sich vom Kalendertisch, der im Rahmen einer Bibliotheksführung zu besichtigen ist, leider – oder zum Glück – nicht ablesen. Dafür gibt uns Erich Kästner in seinem Silvestergedicht die Antwort: „Seien wir ehrlich, Leben ist immer lebensgefährlich“.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen