Tourismusbilanz: Graz-Umgebung "rettet" Graz

Die Individualgäste haben im Freilichtmuseum die Ausfälle von Bus- und Schulgruppen locker ausgeglichen.
  • Die Individualgäste haben im Freilichtmuseum die Ausfälle von Bus- und Schulgruppen locker ausgeglichen.
  • Foto: Region Graz - Tom Lamm
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Tourismusstatistik und Urlaubsportal zeigen, dass der Bezirk heuer noch mehr gefragt war.

Der Tourismus bilanziert, und das Ergebnis ist – milde gesagt – ernüchternd. Hat die Region Graz, zu der Graz-Umgebung mitgezählt wird, im Tourismusjahr 2019 mit 1.868.151 Nächtigungen noch einen absoluten Rekord verzeichnen können, sorgte der Lockdown (Vergleich Mai bis Ende Juni) mit einem Minus von 54,4 Prozent für den herbsten Verlust von allen steirischen Regionen. Doch es gibt einen Lichtblick: Graz-Umgebung.

Erholungsraum ist wichtiger

Abgesehen von den Sehenswürdigkeiten, die die Landeshauptstadt zu bieten hat, lebt die Grazer Hotelier und Gastronomie von Kongressen, Seminaren und Großveranstaltungen. Covid-19 hat dem Städtetourismus logischerweise einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Die gute Nachricht: Seit Anfang Juli ist ein leichtes Plus zu spüren. Dazu trägt Graz-Umgebung einen entscheidenden Beitrag bei. Denn das Motto lautet: mehr Zeit mit der Familie und die Natur genießen. "Generell ist zu sagen, dass die touristische Entwicklung in der Region Graz stark vom Zusammenspiel von Stadt und Land abhängt: Geht es der Stadt Graz gut, geht es zumeist auch dem Umland gut. Im heurigen Jahr hat sich die Lage zum Teil gedreht. Die Umlandgemeinden, die mit viel Grün und Erholungsraum aufwarten können, profitieren besonders vom Verlangen der Gäste, sich den Freiraum zurückzuerobern", sagt Susanne Haubenhofer von Graz Tourismus. Trotz allgemeiner Rückgänge sind die Top-Ausflugsziele in GU-Nord weiterhin gefragt.

Schöckl-Seilbahn ist Gewinner

  • So verzeichnet das Freilichtmuseum im Juli ein deutliches Besucherplus. Auch der August war stärker, obwohl alle besucherstarken Angebote entfallen sind. Die Individualtouristen haben den Ausfall von Bus- und Schülergruppen ausgeglichen. Auch einige Gäste aus dem Ausland konnten begrüßt werden. In allen Häusern im Freilichtmuseum herrscht Mund-Nasenschutz. Allerdings ermöglicht das Gelände an sich im Freien viel Platz, um ohne ohne Mundschutz Historie und Kultur zu genießen.
  • So wie das Stift Rein seine Pforten am 18. Mai geöffnet hat, sind auch die Individualtouristen gekommen. Die Besucherzahlen sind kontinuierlich angestiegen. Busgruppen blieben aber die Ausnahme. Die Stimmung bei den ehrenamtlichen Stiftsführern ist allgemein positiv.
  • Insgesamt blickt Semriach positiv dem Herbst entgegen, vor allem das Thema Wandern und der Fahrradtourismus haben stark zugenommen. Einige Busgruppen haben sich für den Herbst schon angemeldet. Sowohl die Kesselfallklamm als auch die Lugrotte waren gut besucht, wenn auch unter dem Vorjahresschnitt, da vor allem Schulgruppen Besichtigungen abgesagt haben. 
  • Auch Frohnleiten konnte auf die Radfahrer zählen. Der Großteil kam spontan und genoss das Flair am Hauptplatz. Genussradeln stand für Besucher der Stadtgemeinde im Fokus. Laut der Region Graz waren überhaupt noch nie so viele Radfahrer in Frohnleiten wie in diesem Jahr. Das Gastro-Angebot am Hauptplatz wurde sehr gut angenommen.
  • Die Schöckl-Seilbahn ist der große Gewinner: Obwohl durch Corona bedingt die Bahn zum Stillstand gebracht wurde, wurde die Seilbahn im Vorjahrsvergleich niveaugleich in Anspruch genommen. Hoch oben und fern der Städte wird das Freizeit- und Bergerlebnis Schöckl von allen Altersgruppen gleichermaßen genutzt. 
  • St. Radegund und seine Quellenwanderwege konnten sich freuen: Familien, Singles und ältere Paare haben im Kurort heilende Plätze aufgesucht. Kräuter, Hundetraining, Geomantik, all das wurde in St. Radegund in diesem Sommer hoch im Kurs. Das starke Interesse am Wandern im Kurort zeigt sich an der Verteilung der Wanderkarten und Quellenführer.
  • Die Stimmung am Thalersee war durchwegs gut. Die Besucheranzahl hat sich auf die Zeit vor dem Lockdown eingependelt. Je nach Wetter im Herbst werden auch die Gäste kommen.

Heimischer Gast ist gefordert

Fernab der Menschenmassen konnten die grünen Regionen neu entdeckt werden. Das beweist zum Beispiel auch das Familienportal "familienausflug.info", dessen Zugriffszahlen heuer verzwanzigfacht wurden. Ganz vorne im Ranking ist Graz-Umgebung. Genauer gesagt, hat die Lurgrotte Peggau das Interesse der Portalbesucher geweckt. Damit hängt die größte Tropfsteinhöhle Österreichs locker Schladming-Dachstein ab. "Für den August liegen noch keine Zahlen vor. Die generelle Entwicklung sollte ähnlich sein wie im Juli. Die internationalen Märkte bringen große Rückgänge, Fernmärkte sind und bleiben Totalausfälle, sodass der heimische Gast weiterhin der wichtigste Frequenzbringer bleiben wird", gibt Haubenhofer einen vorsichtigen Ausblick. Um den heimischen Tourismus anzukurbeln, ist auch "die Grazer Bevölkerung aufgerufen, das nahe Umland zu entdecken".

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