Volle Schulbusse: "Fahrende Viruslast"?

Für den Schulbesuch lautet aktuell die Devise: Abstand halten, um mögliche Corona-Fälle zu unterbinden. Während im Klassenraum genau vermessen wird, gilt diese Regelung für den Weg dorthin allerdings nicht. In den Bussen herrscht Gedränge. Eine besorgte Mutter (der Name ist der Redaktion bekannt) spricht über "katastrophale Situationen" in Richtung BG Rein.

3:2-Regelung hilft nicht

Dass für Schüler heuer alles anders sein wird, war vorauszusehen. Mit Mund-Nasen-Schutz hinein in den Klassenraum, sollen konstant bleibende Gruppierungen Infektionsketten unterbinden. Immer mehr Eltern klagen aber nun, dass die ohnehin stets zu vollen Schulbusse gerade in Zeiten der Corona-Pandemie eine Zumutung für die Gesundheit ihres Nachwuchses sind. Als Mama zweier Kinder macht sich die WOCHE-Leserin große Sorgen. Das jüngste Kind besucht die erste Klasse des BG Rein, der erste Schultag war eine "Zumutung": "Meine Tochter kam tränenüberströmt nach Hause und wollte am nächsten Tag gar nicht mehr in den Bus einsteigen. Es gab zu wenig Platz. Die Kinder haben sich Schulter an Schulter zusammengequetscht. Sie ist hingefallen, hat sich das Bein aufgeschlagen und sich nur hochkämpfen können, weil sie sich bei einem anderen Kind festgehalten hat", erzählt sie.  "Der Ansturm auf einen Sitzplatz ist groß. Die 3:2-Regelung (Anm.: drei Kinder zwischen sechs und 14 Jahren zählen so viel wie zwei Erwachsene) kann auch nicht funktionieren, wenn alle Kinder Rucksack, Turnbeutel und Co. mitschleppen müssen."
Zwar seien die Kinder, wie sie meint, sehr diszipliniert, wenn es darum geht, die Corona-Maßnahmen einzuhalten. Doch in so einer beengten Räumlichkeit hilft auch keine Eigenverantwortung mehr. Darüber hinaus ergibt sich bei der Fahrt zur Schule eine besondere Widersinnigkeit: Im öffentlichen Verkehr, so die Anweisung der Bundesregierung, ist es keine Pflicht, Abstand zu halten. Sprich: Vor dem Bus muss auf den "Baby-Elefanten" geachtet werden, sobald sich die Türen öffnen, gilt dies nicht mehr.

Elterntaxis bommen wieder

Jetzt, wo die Angst, sich in den Öffis anzustecken, wächst, greifen aber wieder vermehrt Mamas und Papas auf das eigene Auto zurück, um die Kinder "sicher" zur Schule zu bringen. "Obwohl der Bus bei uns echt direkt vor der Haustür stehen bleibt, hab ich schon überlegt, ob ich meine Kinder nicht wieder mit dem Auto zur Schule bringe. Ich hab auch schon gehört, dass Eltern Fahrgemeinschaften gegründet haben." Und sie macht ihrem Ärger weiter Luft: "Coronabedingt stehen seit Monaten dutzende Busse und Reisebusse leer herum, die Mitarbeiter dürfen nicht fahren, die Privatfirmen verlieren jede Menge an Geld. Leere Busse auf der einen Seite und viel zu wenige auf der anderen Seite? Dass der Schulstart spätestens Mitte September ist, dürfte auch der Firma nicht entgangen sein und angesichts der Tatsache, dass es schon seit Längerem leere Busse gibt und dass es in den letzten Jahren immer wieder zu Problemen von fehlenden Bussen auf der Verkehrslinie nach Rein und zurück gibt, frage ich mich, warum in den Sommermonaten niemand auf die Idee gekommen ist, dafür zu sorgen, dass ab September mehr Schulbusse zur Verfügung stehen."

Busunternehmen braucht Anweisung

Wie das zuständige Busunternehmen der WOCHE auf Nachfrage mitteilt, weiß es um die Situation Bescheid und hat volles Verständnis für die Sorgen der Eltern. Weder für Eltern und Kinder noch für die Busfahrer sei die Lage zufriedenstellend. Das Unternehmen rät, regelmäßig das Problem bekannt zu geben. Je öfter und genauer Buslinie, Uhrzeit und Haltestelle genannt wird, desto rascher kann reagiert werden. Indes gibt es vonseiten des Landes nun eine Lösung: Der Verkehrsbund wurde beauftragt, überfüllte Fahrten zu melden, um aufstocken zu können. "Dort, wo es möglich ist und Bedarf besteht, werden wir gemeinsam eine Lösung finden", sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang. Auch eine Staffelung der Schulbeginnzeiten sieht Lang als sinnvoll an.

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