Volle Schulbusse: Zählregelung ist Kostenfrage

Kein Platz im Bus? Um mehr Schülerbusse in den Verkehr aufnehmen zu können, muss Geld in die Hand genommen werden.
  • Kein Platz im Bus? Um mehr Schülerbusse in den Verkehr aufnehmen zu können, muss Geld in die Hand genommen werden.
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  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Eltern, die Bedenken um die Sicherheit haben, und Schüler, die gegenseitig auf sich aufpassen: Die überfüllten Schülerbusse Richtung BG Rein sorgen für Gesprächsstoff, auch bei WOCHE-Lesern. Der Einsatz von zusätzlichen Bussen wäre eine optimale Lösung – das ist allerdings nach wie vor eine Kostenfrage. Die Grünen rund um Landtagsabgeordnete Sandra Krautwaschl fordern daher: "Jetzt muss rasch Finanzierung sichergestellt werden!"

Mögliche Zwischenlösung

Bereits seit einer Dekade sind die Grünen bemüht, im Landtag eine Mehrheit zu finden, die die Zählregelung der Kinder im Buslinienverkehr ändert. Bislang ohne Erfolg. Dabei hängt diese Zählregel – drei Kinder unter 14 Jahren werden als zwei Personen gewertet – unmittelbar mit der Finanzierung für den Einsatz von mehr Bussen zusammen. "Die damalige negative Stellungnahme der Landesregierung erläuterte, dass der Bund durchaus bereit wäre, die 3:2-Regel gesetzlich abzuändern, allerdings müssten die Bundesländer die Folgekosten tragen", heißt es im selbstständigen Antrag der Grünen Abgeordneten. Als mögliche Zwischenlösung sehen sie das Land Steiermark in der notwendigen Situation, "bis zu einer bundesgesetzlichen Änderung die Finanzierung selbst zu übernehmen. Finanziert die Steiermark die Kosten der 1:1-Zählregel jetzt nicht, wird sich auf absehbare Zeit an den unhaltbaren Zuständen im Schulbusverkehr nichts ändern", sagt Landtagsklubobmann Lambert Schönleitner.

Gesetzliche Bestimmungen

Während in Wien und Niederösterreich die 1:1-Zählregel schon umgesetzt wurde, müssen die Busfahrer in der Steiermark also noch häufig vollbesetzt zwischen Haltestelle und Schule pendeln. Speziell im Fall der Fahrten zum BG Rein steht Watzke in stetigem Kontakt mit der Direktion, um Abhilfe zu schaffen. So sind etwa mittlerweile 15- statt 13-Meter-Busse im Einsatz, um mehr Kinder transportieren zu können. Generell mehr Busse in den Fahrplan aufzunehmen, obliegt jedoch nicht den heimischen Busunternehmen. "Es gibt genaue Richtlinien, denen wir folgen. Busunternehmen sind wirtschaftlich nicht in der Lage, sich über diese Bestimmungen hinwegzusetzen", teilt Watzke-Geschäftsführer Ludwig Richard mit. Von "maßlos überfüllt" kann dementsprechend keine Rede sein, weil sich die Busfahrer an die gesetzlichen Vorgaben halten, so Richard. Er räumt jedoch ein, dass die 3:2-Regelung wohl nicht mehr zeitgemäß sei. "Es wäre sinnvoll, diese zu ändern. Das wissen aber auch die Gesetzgeber", sagt er.

Zum Artikel über die Situation der vollen Schulbusse, und was Eltern- und Schülervertretung dazu sagen, geht's hier entlang.

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