Expertentipp
Von Freiheit, Lagerkoller und der Struktur im Alltag

Lagerkoller: Struktur in den Alltag bekommen ist jetzt das A und O.
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  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Wir leben gerade in einer Zeit großer Herausforderungen. Nichts ist mehr so, wie es noch vor ein paar Wochen war. Wir waren der Meinung, dass wir alles im Griff haben. Alles in der Technik, in der Forschung, der Wissenschaft und Gesundheit machbar wäre. Die aktuelle Corona-Krise zeigt, dass wir umdenken (müssen) und uns auf das besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben. Obwohl wir voneinander getrennt sind, sind wir wieder mehr miteinander verbunden. Wir achten darauf, wie es unseren Nachbarn geht, wir telefonieren mehr mit unseren Eltern, Geschwistern oder Freunden und wir nehmen ein „Hallo“ auch irgendwie anders, nämlich herzlicher, wahr.
Dennoch: Irgendwie erscheint der Alltag ein wenig schwerer und gelähmter zu sein. Und das hat auch einen Grund, wie unsere WOCHE-Expertin und psychologische Beraterin Anna Katharina Lanz weiß. Uns fehlen nämlich Strukturen.

Wie frei sind wir?

Wir alle kennen es: Morgens läutet der Wecker, dann geht es ab ins Bad, ein schneller Kaffee, die Zeitung durchblättern, dann geht es zur Arbeit. Dort ist der Tag eingeteilt in Arbeitszeiten und Ruhepausen. Nach der Arbeit führt der Weg zum Einkaufen oder direkt nach Hause, wo kochen, ein Hobby, ein Termin, aufräumen und allerlei noch zu erledigenden Dingen auf uns warten. Und was sagt uns das? So frei, wie wir denken stets gewesen zu sein, sind und waren wir also gar nicht. Denn unsere Tage sind vorgegeben. „Wir waren es gewohnt, dass unser Tagesablauf sozusagen fremdbestimmt war, jetzt müssen wir uns eigene Strukturen im Tagesablauf schaffen. Hört sich leichter an, als es tatsächlich ist“, sagt Lanz. Genau hier, also an dem Punkt, wo wir uns nun ganz um uns kümmern müssen, ist Raum für Sorgen entstanden. Der sogenannte Lagerkoller taucht auf. Nur die ganz ältere Generation weiß, wie das sein, die junge Generation ist mit einer derartigen Situation noch nie in Berührung gekommen.

Was hilft jetzt wirklich?

Der Tag muss neu eingeteilt werden. Und er muss auch einen gewissen Ablauf haben, damit wir einen Anhalt haben. Aufstehzeiten, Vormittagsprogramm, Mittagspausen, Nachmittagsbeschäftigung und Rituale am Abend müssen organisiert und eingehalten werden.
Um miteinander auszukommen oder umgekehrt um miteinander in Verbindung zu kommen, hat die WOCHE-Expertin einige Tipps:
Alleinlebende Menschen sollten vermehrt zum Telefon greifen und so Kontakte aufrechterhalten. Paare, deren Beziehung schon bisher gut gelaufen ist, werden vielleicht mehr ins Gespräch kommen. Bei Paaren mit Kindern, die vielleicht auch noch Generationen übergreifend zusammenleben, kann die aktuelle Situation für jedes einzelne Familienmitglied in eine Katastrophe münden, Konfliktvermeidung ist hier wichtig. Mein Rat: Vermeiden Sie jede Art von Schuldzuweisungen, es ist für jeden schwer. Vermeiden Sie Streitgespräche. Wenn es besonders eng wird, suchen Sie Rückzugsmöglichkeiten, gehen Sie um den Häuserblock, telefonieren wenn geht zurückgezogen mit Freunden oder als Ausweg etwa eine längere Klositzung - um durchzuatmen. Bleiben Sie gesund!“

Lagerkoller: Struktur in den Alltag bekommen ist jetzt das A und O.
WOCHE-Expertin und psychologische Beraterin Anna Katharina Lanz

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