Nach Sturm Paula
Wald(bewirtschaftung) der Zukunft am Schöckl

Sturmtief Paula hinterließ eine Schneise der Zerstörung.
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  • Sturmtief Paula hinterließ eine Schneise der Zerstörung.
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Blockierte Zufahrtsstraßen, Notstromversorgung, Feuerwehren im Dauereinsatz, Festmeter-Schäden in fünfstelliger Millionenhöhe und Waldbesitzer, die von heute auf morgen um ihre Existenz bangen mussten: Als Paula 2008 über die Steiermark zog, verursachte der Orkan verheerende Schäden für die Forstwirtschaft.

Gut 20 Millionen Euro mussten aus dem Katastrophenfonds geschöpft werden. Eines der Hauptschadensgebiete war Graz-Umgebung, vor allem rund um den Schöckl die Flächen des Betriebs Gutenberg. Vor welchen Herausforderungen der Eigentümer Ulrich Graf Stubenberg und dessen Oberförster Gert Seibeneichler standen und wie die Wiederbewaldung einer grünen Lunge funktionieren kann, war Inhalt einer Fachexkursion, zu der der Verband der "Land- und Forstbetriebe Steiermark" einlud. Vor allem im Hinblick auf den Klimawandel muss der Wald als Naherholung erhalten bleiben.

Strategien entwickeln

80.000 Festmeter Schadholz auf betroffenen 280 Hektar sowie ein finanzieller Verlust von über 2,4 Millionen Euro aufgrund fallender Holzpreise und des Ernteverlusts bilanzierte das Forstamt Gutenberg nach Paula. Trotz der Schneise der Zerstörung, die der Orkan hinterlassen hat, wurde mit der Aufforstung begonnen. 217.000 Stück Baum, hauptsächlich Fichte und Lärche, wurden gepflanzt. Den Rest hat die Natur erledigt. Die Wahl der Baumart spielte bei der Aufforstung eine Rolle, wie Eduard Hochbichler von der Boku Wien, Teilnehmer der Exkursion, betonte, da "aufgrund der sich ändernden Klima- und Standortbedingungen Waldbewirtschaftungsstrategien zu entwickeln wären, welche die Stabilität, Resilienz und Elastizität verbessern". Durch den Erhalt und die Forcierung von Mischwäldern könnte die Waldbewirtschaftung zukünftige Risiken umgehen. Neben der Baumart war bei Gutenberg auch die Pflege wichtig. Viel Zeit und Arbeit wurden in das Einzäunen, Spritzen gegen den Rüsselkäfer, Streichen gegen Wildverbiss oder Aussicheln bis 2011 investiert.


Lebensraum erhalten

Die Wiederbelebung des Waldes am Schöckl als Naherholungsgebiet, als Lebensraum für Tier und Mensch sowie als forstwirtschaftliches Gebiet sei, so die Bilanz der Teilnehmer, durch Gutenberg beispielhaft vorangegangen. Mit diesem Ergebnis wollen die "Land- und Forstbetriebe" in die Zukunft blicken und bei klimabedingten Wetterkatastrophen entsprechend handeln können. Nicht zuletzt, weil der Wald über Generationen hinweg Zeit braucht, um zu wachsen und sich gut 80 Prozent der österreichischen Wälder in privatem Eigentum befinden. "Die Multifunktionalität des Waldes und deren Wirkungen hat ebenso für nachfolgende Generationen erhalten zu bleiben", sagt Verbandsobmann Carl Prinz von Croy und fügt entschieden hinzu: "Die Forstwirtschaft müsse in Zukunft weiterhin eng mit Wissenschaft und Forschung zusammenarbeiten."

Sturmtief Paula hinterließ eine Schneise der Zerstörung.
Es geht um die Zukunft: rege Teilnahme bei der Exkursion
Autor:

Nina Schemmerl aus Graz-Umgebung

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