Wenn das Leben zum Problemfall wird

Verzweiflung, Einsamkeit und Eskalationen sind vielen Menschen nicht fremd. Die richtige Nummer ist Gold wert.
  • Verzweiflung, Einsamkeit und Eskalationen sind vielen Menschen nicht fremd. Die richtige Nummer ist Gold wert.
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  • hochgeladen von Markus Kopcsandi

Nach Weihnachten kommt oft das böse
Erwachen. Guter Rat ist aber nicht teuer.

Weihnachten ist passé, das neue Jahr eingeläutet. Hochsaison war an den Tagen rund um den Heiligen Abend und Silvester nicht nur im Handel und in den Urlaubsgebieten, auch die Anlaufstellen für Menschen mit Kummer oder in Notlagen wurden häufig frequentiert.
„Die Tage vor Weihnachten und um die Weihnachtsfeiertage sind seelsorgerisch sehr intensiv. 140 Personen nahmen im Pfarrverband das Angebot der Beichte und Aussprache in Anspruch. Wir stellen zudem fest, dass sich im Vergleich zu den letzten Jahren mehr Menschen hilfesuchend an die Caritas wenden“, so Feldbachs Dechant Friedrich Weingartmann, der auf die Telefonseelsorge der katholischen Kirche unter der Nummer 142 verweist.

Mit Kummer ins neue Jahr

Von einer ähnlichen Situation erzählt Andrea Descovich, Leiterin der Psychosozialen Dienste des Hilfswerks Steiermark in Feldbach: „Die Anzahl der Anrufe ist gestiegen. Immer mehr Menschen fühlen sich um die Weihnachtszeit schlecht. Um Neujahr wurde unser Journaldienst am häufigsten genutzt. Die Statistik zeigt, dass die Zahl der Anrufe in den letzten zehn Jahren im Jänner doppelt so hoch war wie im Dezember. Zuletzt bis zu 500 Anrufe.“
Zentrale Themen sind Beziehungs- und Paarprobleme, der vorweihnachtliche Stress, Einsamkeit oder auch Generationskonflikte. Immer mehr in den Mittelpunkt rückt laut Descovich vor allem der stetig wachsende Leistungsdruck. „Die Burnout-Rate ist in den letzten Jahren angestiegen, mehr Menschen sind an Depressionen erkrankt. Viele Anrufer äußern, dass sie einfach nicht mehr können, keine Zeit mehr für sich selbst haben.“
Ungewohnt ruhig gestaltete sich an den Feiertagen der Dienst für die Polizeibeamten im Bezirk Feldbach wie Oberst Franz Fasching berichtet. „Es lag lediglich ein Fall von Suizidgefahr und folglich eine Einweisung in die Landesnervenklinik vor. In den vergangenen Jahren gab es vermehrt Anrufe von alkoholisierten oder psychisch kranken Bürgern. Zu den Feiertagen kommt es auch immer wieder zu Eskalationen im familiären Bereich zumeist unter Alkoholeinfluss. Wir nehmen jeden Fall ernst, erheben die Sachlage vor Ort.“
Von beratungsintensiven Tagen spricht das Team von Rainbows Steiermark, das vor allem Kindern und Jugendlichen, die mit der Scheidung der Eltern oder dem Verlust eines nahestehenden Menschen zu kämpfen haben, als Ansprechpartner dient. „Es gab einige Anrufe und Face-to-Face-Gespräche in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Viele Menschen rufen nach Schulbeginn wieder an, da sie nach der Weihnachts- und Urlaubszeit beschließen, eine Veränderung ihrer Familiensituation herbeizuführen“, so Leiterin Ursula Molitschnig.

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