Zivilschutz Graz-Umgebung: "Sicherheitstipp des Monats – Verhalten bei Strom- bzw. Elektrounfällen!"

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Die Winterzeit ist bald vorbei! Übrig gebliebene Stromleitungen der Weihnachtsbeleuchtung werden abgebaut, Reparaturarbeiten nach der Winterzeit an Tor und Beleuchtungsanlagen müssen durchgeführt und Verlängerungskabeln zum Auto-Frühjahrsputz verlegt werden. All diese Tätigkeiten soll man mit bedacht und besonderer Vorsicht erledigen, weißt ZS-GU Bezirksstellenleiter Peter Kirchengast auf eventuelle beschädigte Kabeln hin. Ein Strom- bzw. Elektrounfall ist in diesem Fall schnell passiert!

Als Stromunfall, Elektrounfall oder auch elektrischer Schlag wird eine Verletzung durch die Einwirkung elektrischen Stromes auf den Menschen oder auf Tiere bezeichnet.

Die häufigsten Folgen bei Stromunfällen sind thermische, chemische und muskelreizende oder muskellähmende Auswirkungen. Letztere wiederum können zu Herzkammerflimmern, Herzstillstand oder Atemlähmung mit tödlichem Ausgang führen. Nicht zu unterschätzen sind auch indirekt verursachte Unfälle wie Stürze mit erheblichen Folgen.

Maßgeblich für die Auswirkungen eines Stromunfalls sind:
• die Stromstärke
• die Stromart (Wechselstrom oder Gleichstrom)
• der Stromweg über den Körper (z. B. Hand – Hand; Hand – Fuß, links, rechts)
• die Wirkungsdauer des elektrischen Stroms

Gefahren im Alltag: Wir gehen heute so selbstverständlich mit dem elektrischen Strom um, dass die damit verbundenen Gefahren, vor allem Stromschlag und Brand, oft unterschätzt werden. Menschen können elektrische Spannung nicht wahrnehmen. Fassen Sie an ein spannungsführendes Teil, spüren Sie einen schmerzhaften Stromschlag. Eventuell können Sie das Teil nicht mehr loslassen, da sich Hand- und Armmuskulatur unter Strombelastung verkrampfen können. Das kann tödlich ausgehen!

Technische Defekte, Kurzschlüsse oder Elektrogeräte, die nicht rechtzeitig abgeschaltet worden sind, gehören zu den häufigsten Brandursachen in Privathaushalten. Sicherungen verhindern, dass das Stromnetz oder elektrische Geräte überlastet werden. Das wiederum schützt vor Bränden. Vermeiden Sie deshalb Veränderungen an Sicherungen. Sie können fatale Folgen haben!

Überbrücken oder reparieren Sie Sicherungen auf keinen Fall!

Verbreitete Ursachen für einen elektrischen Schlag sind:
• Defekte elektrische Geräte bzw. elektrische Leitungen und menschliche Fehler im Umgang damit!
• Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit beim Aufbewahren, Reinigen und Reparieren.
• Beschädigungen von Überland- und Freileitungen durch Unwetter und Sturm
• Berührung von Überland- und Freileitungen (z.B. mit Drachen, Paragleiter)
• Blitzschlag
• Unfachmännischer Eingriff in die bestehende Elektroinstallation
• Brände in Hochspannungsanlagen (Sicherungskasten) die mit ungeeigneten Löschmitteln bekämpft werden
• Unfälle an elektrisch betriebenen Anlagen oder Geräten
• Falsche Absprachen über das Freischalten von Anlagen und Leitungen
• Kontakt mit einer Elektroschockpistole (Taser)

Die Verletzungssymptome bei einem Stromunfall sind: Brandverletzungen an den Ein- und Austrittsstellen des Stroms! Lähmung der Muskulatur der Extremitäten und des Herzens durch den Stromfluss! Gasbildung im Blut durch die Elektrolyse des Blutes! Knochenbrüche durch ein schlagartiges Verkrampfen der Muskeln! Verletzungen durch Folgeunfälle (beispielsweise bei einem durch einen elektrischen Schlag herbeigeführten Sturz).

Maßnahmen am Unfallort
• Generell ist das Schema der Rettungskette der Ersten Hilfe auch hier zu beachten und bei Hilfeleistungen unbedingt auf Eigenschutz zu achten.
• Den Verletzten nicht berühren. Zur Rettung zuerst Spannungsfreiheit der Anlage sicherstellen. Anlagen und Geräte müssen mit einem gegebenenfalls vorhandenen Not-Aus-Taster oder einer elektrischen Sicherung von der Stromversorgung getrennt werden. Das bloße Abschalten des Gerätes oder der Leitung stellt die Spannungsfreiheit nicht sicher.
• Freiliegende, stromführende Kabel mit Hilfe nichtleitender Gegenstände (z.B. Besenstiel aus Holz) vom Verletzten wegziehen.
• Bei Hochspannung großen Sicherheitsabstand einhalten, da ansonsten die Gefahr einer Lichtbogenbildung besteht.
• Außenstehende warnen, damit keine stromführende Teile berührt werden (Absperrungen einrichten).
• Bei bewusstlosen Patienten ist nach dem Abschalten der Stromversorgung die Sicherstellung von Atmung und Herz-Kreislauffunktion vorrangig. Gegebenenfalls ist die sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung einzuleiten. Geschultes Rettungspersonal führt bei Kammerflimmern eine Defibrillation durch. Falls verfügbar, einen öffentlich zugänglichen Laien-Defibrillator anwenden.
• Bei ansprechbaren Personen sind die Brandverletzungen zu kühlen und mit einer keimarmen Wundauflage abzudecken. Die betroffene Person sollte auch bei völligem Wohlbefinden bis zum Ausschluss einer Herzschädigung nicht unbeaufsichtigt bleiben.
• Auf den Rettungsdienst nicht vergessen! Notruf 144 bzw. EURO-Notruf 112

Strom-Unfälle bei Kindern

Bei einem Stromschlag gerät der menschliche Körper in einen Stromkreis, meistens zwischen einem Metallgegenstand, der Strom führt, und der Erde. Die gesundheitlichen Folgen sind von der Stromstärke, der Stromdauer und dem Weg, den der Strom durch den Körper nimmt, abhängig. Von einem Elektro-Unfall betroffen sind vor allem Gehirn und Herz, wenn sie im Stromfluss liegen.

Kinder und Strom: Erklären Sie Ihren Kindern, dass der Umgang mit Strom gefährlich ist. Elektrogeräte müssen für kleine Kinder unerreichbar sein. Dies gilt besonders im Bad. Verbannen Sie Spielzeug mit 230 Volt Netzspannung aus dem Kinderzimmer. Verwenden Sie Batterien, Akkus oder Spielzeugtransformatoren, bei denen die Spannung auf maximal 24 Volt reduziert ist. Sichern Sie, wenn Sie Kinder im Haus haben, Steckdosen und Steckerleisten mit Einsätzen oder lassen Sie so genannte Kinderschutzsteckdosen installieren. Ein Stromschlag, zum Beispiel ausgelöst durch eine in die Steckdose gesteckte Stricknadel, ist tödlich! Kinder sind am besten über einen Fehlerstrom-Schutzschalter in der Elektroinstallation geschützt.

Erste-Hilfe-Maßnahmen: Vorsicht - eigene Gefährdung! So bald wie möglich Notruf tätigen! Das Kind von der Stromquelle mit einem nicht leitendem Gegenstand (z. B. Holz) trennen oder den Strom abschalten! Ansprechen des Kindes, Bewusstseinslage prüfen, bei Bewusstlosigkeit eine Atemkontrolle, eventuell Atemspende durchführen. Bei fehlendem Puls rasches Beginnen einer Herz-Lungen-Wiederbelebung, ansonsten stabile Seitenlage. Kind beruhigen und warm halten, die Strommarken steril abdecken. Bewusstsein, Atmung und Kreislauf mehrfach kontrollieren und das Kind bis zum Eintreffen des Notarztes nicht allein lassen. Die Maßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes weiterführen. Nach einem Stromunfall sollte immer der Arzt wegen einer EKG-Kontrolle aufgesucht werden!

Fehlerstrom-Schutzschalter retten Leben
Übliche Haushaltssicherungen allein reichen nicht aus, um Menschenleben zu schützen. Fehlerstrom-Schutzschalter (auch als FI-Schutzschalter oder RCD bekannt) dagegen lösen sehr schnell und bereits bei kleinen Fehlerströmen aus und schalten den überwachten Stromkreis sofort ab. Sie sollten daher wo immer möglich installiert werden, gegebenenfalls auch nachträglich.

Es gibt auch die Möglichkeit, einzelne Steckdosen mit mobilen oder fest installierten Fehlerstrom-Schutzschaltern zu sichern. Fehlerstrom-Schutzschalter sind besonders zu empfehlen und teilweise vorgeschrieben:
• Wenn Strom mit Wasser in Kontakt kommen kann, zum Beispiel im Bad und in anderen Feuchträumen, bei Pumpen von Aquarien oder Gartenteichen.
• Wenn ein hohes Risiko besteht, dass Stromleitungen beschädigt werden, etwa bei Rasenmähern, Kettensägen oder Heckenscheren.
• Wenn der Benutzer die Gefahren des Stroms nicht einschätzen kann, zum Beispiel im Kinderzimmer.

Sichere Nutzung von Elektrogeräten: Achten Sie beim Kauf von Geräten und Leuchten auf das GS-Zeichen. Es steht für "geprüfte Sicherheit". Lesen Sie die Betriebsanleitung aufmerksam durch und verwenden Sie Geräte nur bestimmungsgemäß. Im Stand-by-Betrieb ist die Gefahr größer, dass Elektrogeräte zu schmoren anfangen und einen Brand verursachen, weil sie lange Zeit unbeaufsichtigt sind. Schalten Sie deshalb zumindest nachts Fernseher, PCs und andere Elektrogeräte aus. Ist der Schalter schlecht zugänglich oder müssen Sie mehrere Geräte ausschalten, ist eine Steckerleiste mit einem "Aus"-Schalter hilfreich. Nicht nur Wärmegeräte wie Bügeleisen oder Heizstrahler werden heiß. Auch Leuchten, Fernseher oder Monitore geben unter Umständen viel Wärme ab. Achten Sie deshalb darauf, dass sich in der Nähe erhitzter Geräte keine brennbaren Gegenstände befinden, die sich entzünden können. Stellen Sie Geräte stets frei auf und achten Sie auf ausreichende Belüftung sowie auf freie Lüftungsschlitze. Überprüfen Sie elektrische Geräte regelmäßig. Benutzen Sie das Gerät nicht bei Beschädigungen an Gehäuse oder Isolierung, bei defekten Schaltern oder einem Wackelkontakt, sondern lassen Sie es von einer Elektrofachkraft überprüfen und reparieren. Trennen Sie das Gerät bei Schmorgeruch sofort vom Stromnetz. Lassen Sie es überprüfen – auch wenn es noch funktioniert. Vor dem Glühlampenwechsel Leuchten immer vom Stromkreis trennen. Bei vielen Leuchten ist der Schutzleiter nicht vorhanden oder nicht angeschlossen. Durchgescheuerte Kabel könnten ein Metallgehäuse oder Metallrohr unter Strom setzen.

ZS-Bezirksstellenleiter Peter Kirchengast erinnert Abschließend die Sicherheitstipps für Elektrogeräte:
• Lassen Sie defekte Stecker und alte oder beschädigte Kabel sofort durch eine Elektrofachkraft ersetzen und flicken Sie sie nicht mit Isolierband.
• Achten Sie darauf, dass Steckdosen, Verlängerungskabel, Schalter und Ähnliches in einem tadellosen Zustand sind.
• Ziehen Sie Elektrokabel immer am Stecker, nicht am Kabel aus der Steckdose und vermeiden Sie festes Aufwickeln und Knickstellen.
• Bevor Sie Elektrogeräte in Wassernähe bringen, ziehen Sie um Ihrer Sicherheit willen den Netzstecker.
• Häufige Ursache von Stromunfällen sind vom Badewannenrand ins Wasser gerutschte Elektrogeräte wie Telefonapparate, Radiorecorder, Haartrockner oder Rasierer. Verwenden Sie deshalb elektrische Geräte nie in der Nähe der befüllten Badewanne.
• Im Winter kann es besonders bei Tauwetter passieren, dass eingefrorene Wasserleitungen platzen. Falls das geschieht, sollten Wasser und Strom sofort abgestellt werden.
• Es dürfen zunächst auch keine elektrischen Geräte in Betrieb genommen werden. Erst nach diesen Sicherungsmaßnahmen kann der Hausrat vor Feuchtigkeit geschützt werden. Wenn möglich, sollten Sie die Heizung einschalten.

Rückfragen für Informationsmaterial: unter Zivilschutz Graz-Umgebung 8077 Gössendorf - Bienenweg 5 - Tel.: 0664/3661013 - Email: zivilschutz.gu@stzsv.at
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