Ängste abbauen bei Gemeindezusammenlegung

Städte wie Skanderborg, Aarhus, Odense und Kopenhagen sind uns im Fahrradverkehr um  mindestens 50 Jahre voraus.
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Gestartet wurde die letzte Gemeinderatssitzung mit einem interessanten Reisebericht aus vier dänischen Großstädten im Rahmen des EU-Projekts „Active Travel Network“. Dort konnte die Weizer Arbeitsgruppe live den Fahrradverkehr erkunden. Aus dem Staunen kam die Weizer Delegation nicht mehr heraus, denn in Dänemark wird die Fahrradkultur zu 100 % betrieben. In Kopenhagen radeln 55 % der Bevölkerung zur Arbeit – und das bei jedem noch so schlechten Wetter. Bis zum Jahr 2050 will die Stadt CO2-neutral sein. In der 180.000 Einwohnerstadt Odense gibt es 540 km lange Radwege und 180.000 Fahrräder! Da kaum noch Flächen für Abstellplätze vorhanden sind, müssen eigene Hochgaragen angefertigt werden. Einen großen Vorteil bringt der extreme Fahrradverkehr der Innenstadt: „Die Stadtgeschäfte florieren so richtig und sind voll mit Leuten. Es gibt keine Shoppingcenter und kein einzig leeres Geschäftslokal. Von den dänischen Städten könnte man sich so einiges abschauen“, schwärmt Oswin Donnerer. Auch in Weiz ist ein überregionales Radwegnetz geplant – dies soll nicht nur ein politisches Ziel, sondern auch ein Gesundheitsziel sein.
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Auch eine Angelobung stand im Raum – so wird während der Freistellung vom ÖVP-Gemeinderat Florian Braunstein bis Ende Dezember, Josef Breisler sein Amt übernehmen.
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Lebhafte Online-Diskussionen:

Wolf Gamerith (Grünen) zeigte großes Interesse an Übertragungen der öffentlichen Gemeinderatssitzungen im Internet und wollte wissen, ob dies optisch und akustisch möglich wäre, denn damit könne man eine breitere Öffentlichkeit erreichen. Nicht ganz abgeneigt zeigte sich Kienreich, möchte aber darüber noch nachdenken: „Die Sitzungen könnten sich dadurch verlängern, da hier eine vorsichtigere Wortwahl gefragt ist“, so der Bürgermeister. Weniger redegewandte Ratsmitglieder könnten durch den Ton- und Bildmitschnitt auch ihre Spontanität verlieren. Wie es mit den rechtlichen Grundlagen ausschaut, ist auch noch nicht bekannt.
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Schlankere Gemeindestruktur:

Kienreich machte sehr ernsthaft darauf aufmerksam, dass sich die Situation in Weiz mit seinen 5 km² und knapp 9.000 Einwohnern ein wenig zuspitzt. Platzmäßig könnten bald keine Wohnräume und keine Betriebsansiedelungen mehr geschaffen werden. Eine Gemeindezusammenlegung würde durchaus Sinn ergeben und Vorteile bringen. Natürlich sind viele Emotionen mit einer solchen Umstellung verbunden, denn wer lässt sich schon gerne sagen, dass er in Zukunft nicht mehr als Bürgermeister oder Gemeinderat tätig sein darf? Laut Kienreich solle man diese Schwelle trotzdem nicht scheuen und offen sein für neue Strukturen in der Politik.
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Kunstrasen und Naturlandschaft:

Vernunft ist eingekehrt, was die Sportplatzerrichtung in Preding betrifft. Weiz und Krottendorf kauften dort ein gemeinsames Grundstück um in Zusammenarbeit eine Sportanlage zu errichten, bis es heuer im Juni zu Uneinigkeiten kam und das Projekt daraufhin zum Scheitern verurteilt war. Krottendorf gibt nun wieder grünes Licht und steuert auf die vormals geplante Variante zu. Auch Weiz steigt wieder ins Boot mit der Option, bis zum Jahr 2050 den Sportplatz benützen zu können.

Aufregung gab es auch wieder um die Wolfsattel-Situation: Unfassbarkeit stand im Raum was den bevorstehenden Verkehr auf über 1000 m Seehöhe betrifft, wenn der Kalkabbau dort bewilligt wird. „Viele reden davon, dass es hier um so viele Arbeitsplätze geht und dass wir wirtschaftsfeindlich wären. In Wirklichkeit betrifft dies lediglich 50 Arbeitsplätze – ist es das wirklich wert?“, so Bürgermeister Kienreich. Weiters wurde nachgewiesen, dass bis zum Jahr 2038 sämtliche Ressourcen im umliegenden Gebiet ausreichen würden. Derzeitiger Stand ist, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung zum Steinbruchprojekt in diesem Moment im Laufen ist.
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ZITATE DES TAGES:

Bürgermeister Kienreich zum Fahrradverkehr in Kopenhagen:
„Wo haben die Dänen ihre Berge versteckt? Und wie bekommen sie ihre Bierkisten mit dem Fahrrad nach Hause?“
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Bürgermeister Kienreich zu Jugenddelikten in öffentlichen Stadtteilen:
„Zu meiner Jugendzeit hat man sich immer versteckt, wenn man was angestellt hat. Heute sind alle draußen im Park und auf öffentlichen Plätzen.“

Bernd Heinrich (SPÖ) daraufhin zu Kienreich:
„Geh, tu net jammern. Sonst kommen wir eh nie auf deine heiß ersehnten 10.000 Einwohner hier in Weiz!“

Wann: 03.10.2011 ganztags Wo: Stadtgemeinde, Weiz auf Karte anzeigen
Autor:

Edith Haberhofer-Pierzl aus Weiz

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