Politik ist faszinierend

NRAbg. Michael Schickhofer im Gespräch mit WOCHE-Chefredakteurin Anneliese Grabenhofer.
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Michael Schickhofer ist seit einem Jahr im Nationalrat und vertritt die Regionen Weiz und Hartberg.

Im Gespräch mit WOCHE-Chefredakteurin Anneliese Grabenhofer zieht Schickhofer Resümee, spricht aktuelle Themen an, die auch im kommenden Jahr tragend sein werden.
WOCHE: Wie war für Sie der Start in Wien?
MICHAEL SCHICKHOFER: Für mich war er überraschend positiv. Mein Vorgänger Christian Faul führte mich in die Belange ein und auch im Bezirk war es ein harmonischer Übergang. Für mich galt es Inhalte und auch die Personen kennenzulernen.
Was waren ihre wichtigsten Themen?
Als Nationalrat ist man stark landespolitisch tätig und ich versuche den bestmöglichen Kompromiss für die Bevölkerung zu erlangen. In Wien bist du Gesetzgeber, da geht es um bundesweite Gesamtinteressen. In der Region selbst war es das Leaderprogramm mit der Feistritztalbahn, thermische Sanierung und Energiekonzepte weitere wichtige Faktoren. Ebenso waren die Sozialhilfeverbände ein wichtiges Thema sowie die Umsiedelung des RMO von Fürstenfeld nach Weiz. Ebenso wird ein Leitbild für die Region zu den Themen Tourismus, Arbeit, Beschäftigung, Energie, Standardpolitik und Betriebsansiedelungen erarbeitet. Da ist Weiz vorne dabei.
Wie viele Tage in der Woche sind Sie in Wien?
Es sind zwei bis drei Tage. Stehen wichtige Verhandlungen an, können es auch fünf Tage sein.
Was bedeutet für Sie Politik?
Leidenschaftlicher Einsatz für die Menschen. Man kommt mit allen Lebensbereichen und Problemstellungen in Berührung. Ein breites Spektrum, ein breites Spannungsfeld. Die Kunst ist dabei, sich in Themenbereiche einzulesen und zu bewerten. Wenn du dich in Wien ernsthaft um die Gesetze kümmerst, braucht das sehr viel Zeit. Zeit, die letztendlich schwer wahrgenommen wird. Man kann sagen, 40 % sind inhaltliche Arbeit, 20 % Sitzungen und 40 % repräsentative Termine.
Warum sind Sie Politiker geworden?
Entweder hast du den Urantrieb in dir oder du hast ihn nicht. Mich haben Projekte in der Stadt wie etwa Weiz immer interessiert. Während meiner Zeit im Land als Referent für Gemeinden- und Regionalentwicklung habe ich sehr viel mit den Menschen in den Regionen gearbeitet. Mein Kanadaaufenthalt bei Magna war sicher auch eine Mittriebfeder, mich interessiert Weltgeschehen.
Welche zentralen Themen stehen derzeit an?
Die Gemeindestrukturen sind sicher ein zentrales Thema. Wir befinden uns jetzt in der freiwilligen Phase. Diese freiwillige Phase wollen LAbg. Gruber und ich besonders begleiten und offene Gespräche mit Bürgermeistern und Fraktionsführern durchführen. Dabei gilt es mit den Bürgermeistern und Gemeindevertretern klar zu besprechen, was ist sachlich und emotional vorstellbar. Unsere Strukturen stammen aus einer Zeit, wo es noch kaum Mobilität und Internet gab. Wir haben ein ganz anderes Zeitalter. Es könnte durchaus Sinn ergeben, nur mehr 20 Verwaltungsgemeinschaften im Bezirk Weiz zu haben. Die tollen Manager als Bürgermeister muss es weiter geben. Es muss eine faire Gesamtlösung werden, die wir selbst erarbeiten und als Forderungen dem Land vorlegen.
Wie vereinbaren Sie politische Arbeit und Familie?
Grundsätzlich plane ich mir zwei halbe Tage für meine Familie ein, wo ich dann auch wirklich Zeit habe und durchatmen kann. Das spreche ich mit meiner Frau ab. Ich glaube, in einem Job wie dem meinen, funktioniert das nur, wenn man Rückhalt von der Familie hat. Es ist sicher eine ständige Herausforderung.
Welche Schwerpunkte sind im kommenden Jahr gesetzt?
Zum einen ist es die Gemeindereform, die durchgezogen wird, aber auch Energie, Tourismus und Betriebsansiedelungen, um die Vollbeschäftigung zu erhalten, werden weitere Schwerpunkte sein. Dabei wird die Ausbildung von Fachkräften wichtig sein. Überlegen, wo kann man Betriebe ansiedeln, wo liegt in der Zukunft Potenzial. Weiz und Krottendorf sind in dieser Sache beispielgebend.
Wie schätzen Sie die derzeitige Wirtschaftslage ein?
Grundsätzlich gut. Obwohl es einige Unsicherheiten im Gefüge gibt. Einzusparen gilt es vor allem in den Verwaltungsbereichen, das trifft nicht die Bürger.
Was fasziniert und motiviert Sie an Ihrer Arbeit?
Die positive Stimmung des Miteinanders in der Region. Im Rahmen der Partei ist es das mobile Büro, die Sprech- und Aktionstage, wo ich immer wieder mit Menschen zu tun habe.

Autor:

Anneliese Grabenhofer aus Weiz

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