Verwaltungszentrum: klare Absage von ÖVP und FPÖ

Das Gemeindeamt Gratwein soll künftig einen neuen Nutzen haben.
  • Das Gemeindeamt Gratwein soll künftig einen neuen Nutzen haben.
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  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Wer zu den größten Gemeinden des Landes zählt, der plant auch für die Zukunft. Bei der letzten Gemeinderatssitzung hat Gratwein-Straßengel beschlossen, vom Land Steiermark vorab geprüfte und abgesicherte Umbauten, Zubauten und Sanierungen umzusetzen. Dies betrifft auch das Gemeindeamt in Judendorf, das künftig als einziges Verwaltungszentrum dienen soll. Und genau das stößt ÖVP, FPÖ und UGS sauer auf.

Die Gemeindevorständinnen Birgit Krainer von der ÖVP Gratwein-Straßengel und Maria Grill von der FPÖ Gratwein-Straßengel finden für die Planung, aus zwei Gemeindeämtern künftig eines zu machen, klare Worte.

Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung lesen Sie hier die Gegenmeinungen:

Birgit Krainer, ÖVP Gratwein-Straßengel
„ÖVP gegen Millioneninvestition in Gemeindeamt – falsche Prioritätensetzung!

Bei der Gemeinderatssitzung am 26.01.2017 in Gratwein-Straßengel wurde von SPÖ und Grünen der Ausbau des Gemeindeamtes beschlossen. Wir konnten unsere Zustimmung zu diesem Projekt nicht geben, da zu keinem Zeitpunkt im Gemeinderat, Ausschuss oder Klausur eine Grundsatzdiskussion über diese wichtige Entscheidung für die weitere Entwicklung der Gemeinde geführt wurde. Dieses Projekt, das noch in der 'Altgemeinde' Judendorf entwickelt wurde, wurde vom Bürgermeister zum Projekt der neuen Gemeinde gemacht. Das Argument, dass Gemeindeamt allein schon aufgrund der Bedarfszuweisungen des Landes bauen zu müssen, trifft ins Leere; Bedarfszuweisungen könnten auch für andere Projekte verwendet werden.
Argumentiert wird dieser Bau mit dem verbesserten Service für die Bürger; darunter verstehen wir etwas anderes! Nämlich erst die anstehenden Hausaufgaben zu lösen; Straßen reparieren, Verkehrslösung für Gratwein; Ortskernbelebung für Gratwein Hochwasserschutz, Umsetzung eines Verkehrskonzeptes mit Radwegen und Gehsteigen, Ortstafeln, Straßennamen etc.
Ob die Verwaltung in ein und demselben Haus arbeitet, trägt nicht zum Wohl der Bürger bei. Wo sind denn die vorab gepriesenen Vorteile der Fusion? Wo bleibt die Gebührenvereinheitlichung? Investitionen in Infrastrukturprojekte die der Allgemeinheit zugutekommen sollen Priorität haben; ein neues Gemeindeamt sollte erst mittelfristig in Angriff genommen werden.
Wir haben als Gemeinderäte eine Verantwortung zu tragen, wie mit Steuergeldern umgegangen wird!
Bei der Gemeinderatssitzung am 26.01. wollte die SPÖ die Opposition überrumpeln, indem über die Vergabe des Baus an einen Generalübernehmer abgestimmt wurde. Insgesamt will Bgm. Mulle rund 3,8 Mio. Euro in die Erweiterung investieren, um 14 MitarbeiterInnen aus den alten Gemeindeämtern Gratwein und Eisbach nach Judendorf-Straßengel umzusiedeln. Das bedeutet rund € 270.000 Umzugskosten pro Mitarbeiter oder anders formuliert ein ganzes neues Einfamilienhaus pro neuen Büroplatz! Eine wahnsinnige Verschwendung von Steuergeldern aus Sicht der ÖVP!“

Maria Grill, FPÖ Gratwein-Straßengel
„Neues Gemeindezentrum im Ortsteil Judendorf

Schön waren die Worte von der guten Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fraktionen im Gemeinderat der neuen Großgemeinde Gratwein-Straßengel zu Beginn, die Realität sieht leider anders aus. Die absolute Mehrheit der SPÖ führt mit Unterstützung der Grünen zum Drüberfahren über andere Meinungen.
Die Fusion der vier Gemeinden Gratwein, Judendorf-Straßengel, Eisbach-Rein und Gschnaidt sollte angeblich gewaltige Ersparnisse bringen, nichts davon ist spürbar.
Das Projekt des neuen Gemeindezentrums im Ortsteil Judendorf wurde gegen den Widerstand von ÖVP, FPÖ und UGS bei der Sitzung des Gemeinderates am 26. Jänner durchgedrückt. Abgesehen davon, dass ich als alteingesessene Gratweinerin die Sinnhaftigkeit dieses Projektes nicht sehe, steht für mich als wirtschaftlich denkende Gemeindefunktionärin die Höhe der Kosten in keinem Verhältnis zur Notwendigkeit dieses Riesenprojektes. Den Bewohnern des OT (= Ortsteil) Gratwein wird ihr Gemeindeamt – ein wesentlicher Teil unseres Ortszentrums – genommen, damit auch ein Stück Identität. Ich bin sehr enttäuscht, und mit mir viele Bürger!“

#mitreden!
Was halten Sie von den geplanten Projekten? Braucht die Großgemeinde mehr als ein Verwaltungszentrum bzw. Gemeindeamt?

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