Vom Kellner zum Landtagsabgeordneten

Martin Weber ist Nachfolger von Günther Prutsch im Landtag. Der SP-Abgeordnete sieht sich als Lobbyist und Nik P. der Region, der auch Hard-Rock kann. Foto: KK
  • Martin Weber ist Nachfolger von Günther Prutsch im Landtag. Der SP-Abgeordnete sieht sich als Lobbyist und Nik P. der Region, der auch Hard-Rock kann. Foto: KK
  • hochgeladen von Walter Schmidbauer

Vom Maibaumaufstellen bis zur Angelobung im Landtag – die Karriere
des Martin Weber.

In einem sehr entspannten Gespräch mit der WOCHE erzählt Bürgermeister Martin Weber aus Tieschen, wie seine politische Tätigkeit als Kellner begann und wie er sich nach seiner Angelobung zum Abgeordneten im Landtag die weitere „Bedienung der Region“ vorstellt.

Was ist Ihr erster Eindruck von Ihrer neuen Tätigkeit?

Ich bin sehr beeindruckt vom Umfeld und habe mich am ersten Sitzungstag auch schon beinahe in den Gängen des Landtages verlaufen. In der Gemeinde haben mich die Mitarbeiter „Herr Abgeordneter“ gegrüßt. Da musste ich gleich antworten: Ja, „herrn“ tu ich noch gut!

Sie sind jetzt mit 39 im Landtag. Wie war Ihr Werdegang?

Als 15-Jähriger habe ich als Kellner beim Maibaumaufstellen der SPÖ sozusagen meine politische Tätigkeit begonnen. Unser damaliger Gemeinderat und Ehrenparteiobmann Franz Schadl hat gemeint: „So ein fleißiger Bua. Aus dem wird sicher ein kleiner Minister.“ Jetzt bin ich ein ein Meter neunzig großer Landtagsabgeordneter. 1995 war ich der erste SP-Gemeindekassier in Tieschen und 2000 mit 29 Jahren der erste SP-Bürgermeister im Bezirk.

Wie sehen Sie Ihre neue Rolle im Landtag?

Ich sehe mich als Lobbyist für die Region. Als Akteur bei unserer Playbackshow in Tieschen wurde ich auch schon als „Nik. P. der Region“ bezeichnet. Ich kann aber auch Hard-Rock. Als Bürgermeister bin ich gewohnt, sachorientiert über Parteigrenzen hinweg zu arbeiten. Wichtige Themen sind für mich der Erhalt der Gemeinden als Einheit und die Zusammenarbeit der Gemeinden in Regionext-Projekten. Regionext ist sozusagen der Maschinenring der Gemeinden, es soll aber auch bei Themen wie Betriebsansiedelungen, Nachmittagsbetreuung oder Wegesanierung über Gemeindegrenzen hinweg zusammengearbeitet werden. Wichtig sind mir auch die Themen Sicherheit und Zuwanderung. Es kann nicht sein, dass eine Minderheit eine Mehrheit bestimmt. Unsere Gesetze sind zu akzeptieren, Religion und Kultur zu respektieren. Dann ist jeder willkommen.

Was braucht unsere Region?

Innovations- statt Zusperr- und Selbstbeweihräucherungspolitik. Das Vulkanland soll ein Motor sein und nicht nur VP-Selbstbedienungsladen und Beweihräucherungsverein.

Wie ist Ihr Verhältnis zum VP-Abgeordneten Anton Gangl?

Tieschen hat mit uns beiden die größte Abgeordnetendichte des Landes. Wir haben eine gute Gesprächsbasis und die Zeichen im Land stehen auf Miteinander. Es sind ja auch große Brocken an Problemen zu bewältigen. Das wird schwierig genug, da dürfen wir nicht gegeneinander arbeiten und dem anderen den Erfolg nicht gönnen. Außerdem hat den Erfolg ja die Bevölkerung, wenn man zusammenarbeitet.

Wird es eine Fahrgemeinschaft zu Landtagssitzungen geben?

Wir haben darüber gesprochen. Wenn es sich mit den Sitzungszeiten der Ausschüsse vereinbaren lässt, gerne. Da können wir bei der Fahrt schon Arbeitsgespräche führen. (Lächelt) Wenn wir dann in Graz streiten, muss halt einer mit dem Zug heimfahren.

walter.schmidbauer@aon.at

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