Gratkorner Physikgenie begeistert sich für Formeln

Erwin Pfeiler ist in seiner Altersklasse der beste Physiker der Steiermark. Jetzt stellt er sich einem weltweiten Physikwettbewerb.
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Für Erwin Pfeiler geht es demnächst nach Yogyakarta.

Es sind aber nicht die sehenswerten Tempelanlagen, die historische Palastanlage oder die Touristenattraktion Jalan Malioboro, auf die sich der Gratkorner gedanklich vorbereitet. Der 17jährige tüftelt vielmehr an mathematischen Methoden der Physik, Schwingungen, Wellen, Quanten- und Relativitätstheorie. Er nimmt im Juli an der Internationalen Physikolympiade (IPhO) teil und wird Österreich beim Bewerb der besten Köpfe in Indonesien vertreten.

„Ich glaube, ich war mehr aufgeregt bei den Vorausscheidungen“, blickt Pfeiler auf den Landesbewerb zurück, bei dem er unter 281 Bewerbern als Sieger hervorging. Bei der Österreichischen Physikolympiade in Bludenz landete er hinter einer Burgenländerin und einem Oberösterreicher auf dem dritten Platz und erhielt damit das Ticket zum Internationalen Physik-Wettbewerb. 420 Teilnehmer aus aller Welt stellen sich den kniffligsten Aufgaben. „Aus Erfahrung weiß man, dass die ersten 100 Plätze fast nur an Asiaten gehen“, sagt das Physiktalent, „ein Rang unter den besten 200 wäre schon ein großer Erfolg“.

In diesen Tagen schloss Pfeiler die Matura im Keplergymnasium ab.
Mit dem Lernen ist es damit nicht vorbei. „Ich habe mir die Beispiele der IPhO aus den letzten Jahren besorgt und rechne die jetzt durch“. Österreich-Beispiele, wie das Errechnen der Reibungseigenschaften von Holz, wenn auf einer Rolle ein Gewicht aufgehängt ist, bezeichnet der Jungphysiker noch als harmlos zu dem, was ihm bei der IPhO erwartet. Ausgestattet mit einem einfachsten Taschenrechner, Zirkel und Schreibzeug wird er sich diesen Aufgaben stellen müssen, denn ein Formelhelft oder gar ein Computer sind bei der Physikolympiade nicht erlaubt. Sein Talent, Formeln zu kombinieren, kommt ihm dabei zugute. Wie Gleichaltrige Filmstars bewundern, schwärmt Pfeiler vom Gamma-Faktor. „Wenn sich ein Gegenstand sehr schnell bewegt, knapp an der Lichtgeschwindigkeit, wird das Objekt schwerer und kürzer, die Zeit aber vergeht langsamer“ erklärt er dem Laien den Faktor in der Relativitätstheorie. Gebraucht werden diese Berechnungen in der Weltraumforschung, aber auch unser Navigationssystem GPS baut darauf auf.

Wie Physikprofessor Bernd Lackner sind auch Gratkorns Musiklehrer Helfried Zmug und Chorleiter Ulrich Höhs stolz auf ihren Schüler
, ist doch Erwin Pfeiler ein talentierter Trompeter, der seit Jahren in der Musikkapelle Gratkorn spielt und bei den Keplerspatzen singt. „Die Musik beinhaltet mehr Mathematik, als man annehmen würde“, sagt Pfeiler und erwähnt dazu die Interwalle oder den Dreivierteltakt. Nach der internationalen Physikolympiade kommt das Studium „ganz klar, Physik, das ist für mich das Spannendste“.

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