22.11.2016, 11:17 Uhr

Kulturverein Achteck: Polen zu Gast in Eggersdorf

Nach Riga (Lettland) und Pilsen (Tschechien) hat sich der Kulturverein Achteck heuer zum dritten Mal die Aufgabe gestellt, aus Anlass der Europäischen Kulturhauptstadt die Kultur des jeweiligen Landes in unsere Region zu bringen, über das Land zu informieren und gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern aus dem Land ein musikalisch-literarisches Programm zu gestalten.
Heuer war also Breslau/Wrocław eine der beiden Europäischen Kulturhauptstädte, und daher stand die Kultur Polens im Mittelpunkt der Veranstaltung am 5. und 6. November 2016 in der Kulturhalle in Eggersdorf.
Bürgermeister Reinhard Pichler konnte neben dem Botschafter Polens, Mag. Artur Lorkowski, dem geschäftsführenden Direktor des Polnischen Instituts Wien, Dr. Bogdan Wrzochalski, und Honorarkonsul Dr. Gerold Ortner auch eine Abordnung der steirischen Politik mit BR Mag. Ernst Gödl, Frau LR Ursula Lackner und GR Sissi Potzinger zu polnischer und steirischer Musik, Literatur, Malerei und Kulinarik begrüßen.
Nachdem das Gesangsduett Herta Resch und Lisa Lefkopoulos aus Laßnitzhöhe, begleitet von einem Gitarrenensemble mit Martina Jeanquartier, Juan Carlos Sungurlian und Jannis Lefkopoulos, den Samstagabend mit steirischen und polnischen Volksliedern eröffnet hatte, präsentierten Agata Piśko aus Polen und Reinhard Ziegerhofer aus Laßnitzhöhe Jazzkompositionen. Der Autor Bernhard Valta, Achteck-Mitglied aus Vasoldsberg, beschrieb in seinem Beitrag „Polnische Melange“ die vielfältigen Beziehungen Polens und Österreichs im Lauf der Geschichte, was von den diplomatischen Gästen aus Polen besonders gewürdigt wurde. Auf Einladung des Polnischen Instituts Wien waren die beiden jungen Musikerinnen Hanna Raniszewska (Klavier) und Dobrawa Czocher (Violoncello) nach Eggersdorf gekommen und spielten als Kostproben für ihr Konzert am Sonntag einige ihrer phantasievollen Stücke.
Mit der „Cantilene für Bratsche und Klavier“ stand eine Uraufführung von Franz Zebinger aus Kumberg auf dem Programm, die er selbst am Klavier zusammen mit der polnischen Bratschistin Martyna Fąferek spielte. Polnische und steirische Volksmusik gab es vom Duo Mateusz Niwiński und Agnieszka Niwińska und vom Duo Hermann Haertel jun. und Simon Wascher. Beim "Stajerek", dem "Steirischen", wie eine spezielle Art von Volksmusikstücken in Polen heißt, waren die vier gemeinsam zu hören. Die Grazer Pädagogin Bernadette Steps präsentierte ihr preisgekröntes dreisprachiges Buch mit polnischen, steirischen und französischen Sagen und Legenden, eine polnische Sage gab es auf Deutsch und auf Polnisch zu hören.
Die steirischen Jazz-Legenden Dieter Glawischnig, der seit einigen Jahren wieder in Eggersdorf lebt, und Ewald Oberleitner trafen erstmals mit Mikołaj Trzaska aus Danzig auf der Bühne zusammen, einem der besten polnischen Saxophonisten. Ihre spannenden freien Improvisationen beendeten den langen offiziellen Teil des Abends, bevor dann noch zur Musik der Volksmusikanten bis spät in die Nacht weiter gesprochen und gefeiert wurde.
Aussagekräftige Gemälde der Malerin Grazyna Guerrero aus Polen und der beiden Achteck-Mitglieder Theresia Plank-Zebinger aus Kumberg und Wilhelm F. Draxler aus Langegg schmückten die Wände der Kulturhalle.
Am Sonntag, dem 6. November eröffnete der Musikverein Eggersdorf das Programm. Dann hatten die beiden virtuosen Musikerinnen aus Polen, Hanna Raniszewska und Dobrawa Czocher, mehr Zeit, ihre großartige Musik ausführlicher vorzustellen. In der Mittagspause gab es - zur Musik der Kapela Niwińskich und des Duos Haertel & Wascher - unter anderem eine polnische Nationalspeise, die berühmten „Pierogi“ zu verkosten, nach alten Originalrezepten im Grazer Restaurant „Pierogi“ produziert.
Den Abschluß bildete eine Session mit neuer, frei improvisierter Musik von Mikołaj Trzaska, Ewald Oberleitner, Reinhard Ziegerhofer und Dieter Glawischnig, an der am Ende auch noch Elisabeth Harnik, die Komponistin und Pianistin aus Frohnleiten, als Überraschungsgast mitwirkte.
25 Künstlerinnen und Künstler aus Polen und Österreich haben insgesamt an dieser Veranstaltung mitgewirkt. Die Fülle des Programms, ein Ausdruck der Freude am gemeinsamen, länderübergreifenden kreativen Gestalten, hat dem Publikum einiges an Ausdauer abverlangt. Belohnt wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer, aber auch alle aktiv Beteiligte, dafür durch die vielen neuen Eindrücke, viele neue Bekanntschaften und neu geknüpfte Kontakte, die hoffentlich auch in Zukunft durch weitere gemeinsame Aktivitäten eine Fortsetzung finden - als positives Zeichen für unser gemeinsames Europa in Zeiten bedenklicher politischer Entwicklungen in einzelnen Ländern. Die Mitglieder des Kulturvereins Achteck wollen daran weiterhin kräftig mitwirken und hoffen, dass diese Aktivitäten auch von der steirischen Kulturpolitik geschätzt und angemessen unterstützt werden.

Und zum Schluß noch ein Wort zum Zwerg: Die Zwerge sind das Wahrzeichen von Breslau, der Europäischen Kulturhauptstadt 2016.

Mehr Info: Kulturverein Achteck, http://kulturvereinachteck.jimdo.com/ , http://www.facebook.com/Kulturverein.Achteck, http://www.schechtner.info/krumusik
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