31.01.2018, 00:00 Uhr

Mit Kunstgenuss ins Narrenkastl schauen

Ulli Gollesch ist Lehrerin für bildnerische Erziehung, Künstlerin, Kuratorin und Initiatorin des Narrenkastls in Frohnleiten, mit dem sie zeitgenössischer Kunst Raum und Stimme gibt.
Das Narrenkastl in Frohnleiten ist ein Fenster zur Gegenwartskunst. Der gerade einmal 1.40x1.20 Meter große Ausstellungsraum gibt zeitgenössischen Künstlern eine Projektionsfläche und dem Hauptplatz der Stadt jeden Monat ein etwas anderes Gesicht. Initiatorin, Namensgeberin und Kuratorin des nichtkommerziellen Schaukastens ist Ulli Gollesch, die mit dem Narrenkastl unkonventionell Kunst in den Alltag bringt.

2011 startete die Frohnleitnerin mit der Idee, eine Auslage in der Passage des Haues Hauptplatz 24 zum Schauplatz der Kunst zu machen. Zwei Sessel davor laden zum Narrenkastl schauen ein. Die Bedeutung bezieht sich aber nicht auf ein gedankenloses Starren in ein Nichts, vielmehr kann der Betrachter dabei Luftschlösser bauen, die Kunst an sich herankommen lassen und Details entdecken, die sonst nur Träumer sehen können. Den Start ins Narrenkastl-Jahr 2018 machten Thomas Stadler und Stephanie Helene Prähauser. Im Februar präsentiert Kunst off-space Narrenkastl in Kooperation mit dem Verein Art Shape Mammoth/USA Werke von Andy Brown.

„Die Welt braucht die Kunst, weil sie durch ihren Facettenreichtum verbindet, Emotionen ausdrückt und dem Miteinander ein Gesicht gibt“, ist Gollesch überzeugt. Die Frohnleitnerin studierte am Mozarteum in Salzburg und arbeitet als Lehrerin am Leibnitzer Gymnasium. Ihre Leidenschaft als Künstlerin gehört der Druckgraphik. Dafür verlässt die 34jährige schon auch einmal ihre kleine Druckwerkstatt und rollte bei der Aktion Big Print 2015 mit einer Straßenwalze in Hochruckmanier über eine riesige Linolplatte oder druckte als Street-Art-Künstlerin Kanaldeckel auf T-Shirts und Taschen. Kunst am Bau-Projekte in Bad Gastein und Frohnleiten, Ausstellungen in Sarajevo, im Grazer Landhaus, oder wie zuletzt auf der Festung Hohensalzburg folgten. „In Salzburg hat sich ein unglaublich großes internationales Publikum meine Siebdrucke angesehen. Ich habe in englischer und italienischer Sprache und darüber hinaus mit Händen und Füßen mit den Leuten gesprochen, das war ein unbeschreibliches Erlebnis und sehr motivierend“, erklärt die Frohnleitnerin einen Meilenstein ihres künstlerischen Schaffens.

Kontakte knüpfen, sich vernetzen, auch darin ist Gollesch eine Meisterin. Derzeit nimmt die Frohnleitnerin an einem internationalen Grafikfestival in Indien teil, zu dem sie von der Kunstuniversität Indira Khala Sangit Vishwavidyalaya eingeladen wurde. Es darf damit gerechnet werden, dass im Sommer, wenn Gollesch beim Bath Fringe Festival in England ausstellt, das Narrenkastl in Frohnleiten indische Künstler präsentiert. www.ulligollesch.com.
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