14.08.2016, 17:54 Uhr

Unzufrieden?

Eigentlich geht es mir gut, eigentlich habe ich alles, was ich brauche und eigentlich müsste ich glücklich sein.

Eigentlich… Und uneigentlich? Uneigentlich bin ich eben nicht wirklich glücklich. Kann es auch nicht genau benennen, was es ist, da es ja eben eigentlich gar keinen Grund gibt. Und vielleicht will ich es auch gar nicht so ganz genau wissen.

Wenn Ihnen diese Gedanken auch nicht unbekannt sind, dann sitzen Sie wahrscheinlich wie ich, auch genauso mitten in einer Unzufriedenheitsfalle. Und das Problem ist, dass man da gar nicht so leicht herauskommt.

Denn, was würde es bedeuten, wenn ich herausfinde, dass mir tatsächlich etwas fehlt und wenn ich es zugebe, bin ich doch nicht so glücklich und zufrieden. Das würde bedeuten, dass ich etwas ändern müsste. Aber wenn doch eigentlich alles gut ist, was soll ich da dann dran rühren? Schließlich will ich auch nicht undankbar sein und klar, besser geht immer, aber man kann schließlich auch zu viel wollen und dann mache ich vielleicht alles kaputt? Außerdem sind meine Tage gut und sinnvoll für mein Alter gefüllt, habe genug Aufgaben, für Leute etwas tun, die mir wichtig sind, da habe ich wirklich keine Zeit und auch keine Energie, noch was anderes anzufangen.

So hindert mein Sicherheitsbedürfnis und Angst davor, auf etwas Liebgewonnenes verzichten zu müssen, überhaupt nur über andere Möglichkeiten nachzudenken. Wann immer wir die Unzufriedenheit spüren, beruhigen ich mich damit, wie gut es mir doch im Vergleich zu vielen anderen geht oder schimpfe mit allen anderen über unsere Unersättlichkeit.

Zufriedenheit mit dem was man hat, ist etwas sehr Wertvolles. Der Anspruch an sich, zufrieden zu sein, mit dem was man hat, kann uns aber gleichzeitig auch daran hindern, wirklich zufrieden zu sein. Dann nämlich, wenn sich unsere Bedürfnisse verändern. Oder wenn wir satt geworden sind an Dingen, die wir schon lange genießen konnten. Wenn wir uns weiterentwickeln. Wenn wir andere Dinge brauchen als die, für die wir gesorgt haben.

Ich glaube, es ist wichtig, der Stimme der Unzufriedenheit hin und wieder Gehör zu geben. Wirklich hinzu-spüren, was man da nörgelt, was da bohrt. Manchmal ist es nur eine Laune oder Phase, aber manchmal steckt mehr dahinter. Wenn ich dauerhaft versuche, diese Stimme zu unterdrücken, schubse ich mich immer tiefer in die Unzufriedenheitsfalle. Und leider kann das am Ende dazu führen, dass ich rückblickend vieles bereue.

Das verhindern kann man nur dann, wenn man bereit ist, der inneren Unzufriedenheit einen Namen zu geben und sich selbst so wichtig zu nehmen, dass man bereit ist, das gemachte und so bequeme, sichere Nest immer mal wieder zu verlassen. Ich gestehe, ich habe Angst davor.

Noch ein Grund gäbe es da zu erwähnen. Würde mein Lebenspartner mich verstehen?

Es war nur ein Gedanke, alles bleibt beim Alten.
Bin ich ein „Feigling“?!?!
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 14.08.2016 | 18:14   Melden
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renate krska aus Neubau | 14.08.2016 | 19:03   Melden
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