14.09.2014, 14:45 Uhr

Von HLW-Dirigent zu Sturm-Abonnent

Sturm-Fan durch und durch. Seine Lehrerkollegen schenkten dem Stammgast im Gösserbräu u.a. Sturm-Abo und signierten Dress.

Wilhelm Mitsche, Erfinder und Begründer der HLW Feldbach, geht mit einem Lächeln.

Abo für Puntigamer Sturm, Stammtisch im Gösserbräu, Schifahren in Zauchensee, dazwischen ein bisschen Klimpern am Pianino aus den 60ern und jede Menge offene Versprechungen an "seine" SieglindeWilhelm Mitsche hat keine Zeit für den Pensionsschock. "Umstellung? Ja, aber eher für meine Frau. Wir haben in der Früh nur eine Zeitung", scherzt der Grazer.
Ob aus der Kinderstube in Rosegg in Kärnten mitbekommen, an erster Wirkungsstätte an der Modeschule in Bruck von Kreuzschwestern abgeschaut oder von der ländlichen Südoststeiermark geprägt – Bescheidenheit und Bodenständigkeit sind dem Hofrat ins Herz graviert. Dabei überhäufen Bischöfliches Ordinariat, Schulministerium, Landesschulrat und Politiker – allen voran Josef Ober – den zweifachen Vater mit Lob. Dass es in 24 Jahren als Direktor in Bruck und Feldbach nicht eine einzige Notenberufung gegeben hat, spricht quasi für sich und ihn.
1998 ist Mitsche in die Bezirks-hauptstadt gekommen – von einer Mädchenschule in Bruck zur nächsten in Feldbach. Und er sollte nicht nur der Schule, sondern dem Schulstandort seinen Stempel aufdrücken. Aus der 3-jährigen Fachschule hat er nicht ohne Widerstand eine 5-jährige Höhere gemacht. Seit acht Jahren ist die HLW 2-zügig, der Zustrom ist ungebrochen. 280 Schüler zählt man zurzeit.

Lobrede: "Eigene Schulkultur"

"Ich habe bis zuletzt irrsinnig gern unterrichtet, und zwar jede Schülerin und jeden Schüler zumindest ein Jahr lang." Seine Fächer waren Englisch und Geschichte. Selbst hat er in Englisch und Biologie maturiert – und in Philosophie. Ein (Vor-)Denker ist er heute noch: Wenn Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner oder Vizepräsident Wolfgang Erlitz von der HLW Feldbach und Wilhelm Mitsche schwärmen – und nicht bloß reden, dann nehmen sie Attribute wie "eigene Schulkultur" in den Mund.
In der Abschiedsfeier bei Vulcano in Auersbach schenkten ihm Kollegen u.a. Sturm-Sachen und vor allem Zeit. Sie mögen ihm auch "verzeihen", wenn er sich im WOCHE-Interview wie folgt verabschiedete: "Am meisten werde ich Schüler und Lehrer vermissen – und zwar genau in dieser Reihenfolge." Kontakt will er über Facebook halten. Obwohl ihm jetzt niemand von ihnen mehr beim Posten behilflich sein könne, bedauert er den Abschied gleich doppelt.
Jetzt aber wolle einmal Ehefrau Sieglinde seine Geburtstagsversprechungen "Wörtherseerundfahrt auf der Thalia, Wanderurlaub im Lungau sowie Reise nach Preußen, in die Heimat ihrer Mutter" einlösen. Dabei fällt ihm Wegfahren schwer, wartet daheim doch Enkel Julian (1) auf seinen Großvater.

Eine Karriere

1979: Probejahr am Gymnasium Pestalozzi in Graz, 1980-1990 Lehrer an der Fachschule für Mode in Bruck/Mur; 1990-1998: Leitung der Fachschule; 1998-2014: Direktor der HLW Feldbach; 1999: HLW wird auf Initiative von Wilhelm Mitsche 5-jährig; 2004: Erste Matura an der HLW; 2006: HLW wird 2-zügig; 2013: Ernennung zum Hofrat; 2014: Ernennung zum Botschafter des Vulkanlandes, Dank und Anerkennung in Gold.
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