25.10.2017, 05:30 Uhr

Braucht GU-Nord mehr Parkplätze?

Platz genug gibt es, doch keiner will hier parken: Die Park&Ride-Anlage in Fölling wurde 2010 eröffnet. (Foto: Jorj Konstantinov)

Grazer Verkehrsrätin spricht vom Park&Ride-Ausbau: Im Bezirk begrüßt man diesen Vorschlag.

Ob mit dem Zug, dem Bus oder als Fahrgemeinschaft: Rund 80 Prozent der 73.049 Erwerbstägigen in Graz-Umgebung pendeln aus (lt. letzter Datenerhebung der AK). Sie genießen die Vorteile ruhigen ländlichen Wohnens, gehen aber in der großen Stadt der Arbeit nach. Genau für diese Pendler ergibt sich jedoch allzu häufig ein Problem: Wohin mit dem Auto?

Illegal geparkt

Erst kürzlich ließ die Grazer Verkehrsstadträtin Elke Kahr anklingen, dass ein Park&Ride-Anlagenausbau in Andritz in Planung sei: "Es liegt auf der Hand, dass wir am Stadtrand mehr Park&Ride-Anschlüsse bauen müssen."
Die meisten GU-Nord-Pendler kommen aus Gratwein-Straßengel, gefolgt von Hitzendorf und Gratkorn. Umgekehrt wird aber auch bei uns gern gearbeitet. So weist GU die höchste Einpendlerquote der Steiermark auf. Einen großen Teil davon machen – aufgrund namhafter Firmen – die Pendler nach Gratkorn aus. Zwar stellen diese Firmen Parkplätze zur Verfügung, doch die Gemeinde muss immer wieder mit illegal abgestellten Autos kämpfen. "Die neue P&R-Anlage an der Harter Straße ist gut ausgelastet. Aber wir wachsen und deshalb beschäftigt uns das Thema permanent", sagt Bürgermeister Helmut Weber. Über kurz oder lang, so der Ortschef, werde man über weitere Parkmöglichkeiten nachdenken müssen.
In Gratwein-Straßengel haben es Bahnfahrer besonders gut: Wer ein Ticket hat, kann die Parkmöglichkeiten an den Bahnhöfen nutzen. Doch auch die sind gefragt – und wer später kommt, hat keinen Platz mehr. Bürgermeister Harald Mulle setzt daher u. a. auf die generelle Minimierung der Verkehrsbelastung. "Ziel muss es sein, den Individualverkehr zu verringern. Die Zukunft sehe ich darin, die Radwege zu den Park&Ride-Anlagen maßgeblich zu verbessern. So müssen auch keine weiteren Parkflächen errichtet werden."

Mehrfach betroffen

In Weinitzen hingegen begrüßt Bürgermeister Josef Neuhold einen wie von Kahr angedachten Ausbau auf das Herzlichste. "Weinitzen ist immerhin mehrfach betroffen, auf der einen Seite über die Nordeinfahrt Andritz, auf der anderen Seite über die Einfahrt Mariatrost." Für ihn ist klar, dass die Stadt auch mit den Umlandgemeinden zusammenarbeiten und den öffentlichen Verkehr ausbauen muss. "Wir sind offen für solche Parkflächen. Nur so wie in Mariatrost sollte es nicht sein, das wäre ein Schuss in die Luft", sagt Neuhold und spielt auf die Park&Ride-Anlage in Fölling an. Hier wurde eine Hochgarage mit Platz für 200 Autos geschaffen, doch nutzen will sie kaum jemand. Eben weil die Öffi-Anbindungen fehlen. "Man hat einfach am falschen Platz gebaut. Es wurde überlegt, die 1er-Straßenbahn hierher zu verlängern, aber daraus wurde nichts", sagt Wolfgang Wehap vom Büro Kahr. "Seit sieben Jahren steht Fölling schon so leer da, das ist schade", ergänzt der Grazer Gemeinderat Andreas Fabisch.

Verbindung schaffen

Für den Thaler Bürgermeister Matthias Brunner wäre eine Verbindung der Gondel, die über den Plabutsch gehen soll, mit einer Park&Ride-Anlage eine Möglichkeit. Platz dafür, so Brunner, habe die Gemeinde. Die Gondel könnte so zur Fahrt in das Naherholungsgebiet, aber auch von Pendlern genutzt werden. "Die Thaler hätten einen Mehrwert und könnten ihr Auto einfach am Thalersee stehen lassen", sagt Brunner.



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Gibt's in GU-Nord genug Parkplätze für Pendler? Wo wären P&R-Anlagen für Berufstätige dringend notwendig? Wo funktioniert es, wo nicht? Ihre Meinung ist gefragt: gu-nord@woche.at
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