20.12.2017, 00:01 Uhr

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde

Ein Hof voller Pferde. Diesen Traum erfüllt sich Monika Peißl am Stefanitag, an dem sie Reiter und Besucher zu sich auf den Bauernhof lädt.

In Premstätten wird am Reithof von Monika und Andreas Peißl die Tradition der Pferdesegnung am Stefanitag hochgehalten. Am 26. Dezember um 11:00 Uhr wird auf deren Bauernhof im Ortsteil Zettling der Segen für Ross und Reiter erbeten. Für die Rösser gibt’s Brot, Glühwein für die Gäste.

Der Heilige Stephanus ist der Schutzpatron der Kutscher und Pferdeknechte. „An seinem Namenstag danken wir für ein gutes Jahr und bitten um den Segen für das nächste“, sagt Monika Peißl. Die Zettlingerin ist mit Pferden großgeworden. Aufgewachsen auf einem Bergbauernhof in Eisbach-Rein (heute Gemeinde Gratwein-Straßengel) liegt für sie das Glück der Erde auch am Rücken der Pferde. „Mein erstes Pferd war ein Haflinger namens Prinz. Ich erinnere mich an die ersten Ausritte am Waldrand entlang und über elterlichen Wiesen, den Wind in den Haaren und das Gefühl der unbeschwerten Freiheit“. Haflinger liegen ihr im Blut, sagt Peißl, „aber inzwischen liebe ich alle Pferderassen“. Bei einem Sommerfest lernte sie ihren Mann kennen, nicht wissend, dass seine Großeltern sich mit einem Pferdefuhrwerk ihr Geld verdienten.

„Wenn ich in der Früh die Pferde vom Stall auf die Koppel führe, dann weiß ich ganz genau, wie es meinen Tieren geht. Inzwischen verstehe ich schon ihre Mimik“, schmunzelt Peißl. Sieben Tage in der Woche ist die Bäuerin für ihre Pferde da. „Mein Tag im Winter beginnt um 5:30 Uhr, da bekommen die Pferde ihr Futter, danach bringe ich sie auf die Wiese hinter dem Hof und miste den Stall aus“. Ein wichtiges Ritual im Hause Peißl ist die anschließende gemeinsame Jause im gemütlichen Stüberl.

Der Hof der Peißls ist ein Paradies für Tiere.

Drei Hunde, Katzen, Ziegen, ein Esel und ein Hausschwein fühlen sich hier pudelwohl, „und sie vertragen sich auch alle“, lacht Peißl. Sie ist Gemeindebäuerin, ein Amt, das die 45jährige ehrenamtlich ausübt. „Unser Berufsstand ist so klein, da ist es wichtig, dass wir Bäuerinnen füreinander da sind, zusammenhalten und uns vernetzen“.

Der Arbeitstag gehört den Hühnern. Die Peißls haben sich auf die Produktion von Bruteiern spezialisiert, die weiter an eine Kükenaufzucht gehen. „Die Zeit zum Reiten muss ich mir strikt nehmen, aber ich kann es mir vielleicht leichter einteilen, als Frauen, die auch im Berufsleben stehen und Familie haben, so wie ich“.
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