22.11.2016, 20:36 Uhr

Die Vorweihnachtszeit

1. Adventkerze (Foto: Urheber unbekannt)
Frohnleiten: Hauptplatz | Ist wohl die schönste Zeit des Jahres. Und doch für viele Menschen ein Alptraum. Advent, Advent ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann habe ich den Stress bald hinter mir. Ist es nicht traurig, dass man immer häufiger den Satz hört: „Hoffentlich ist Weihnachten bald vorbei ...“?

Wie schafft man es, den üblichen Weihnachtsstress zu vermeiden und die Zeit so zu genießen, wie man es eigentlich möchte? Nur bloß nicht schlapp machen ist die Devise! Rein in die Geschäfte, die Rufe der Waren werden immer lauter. Unbedingt soll man auch Karten schreiben, Stöße von Karten, an alle, auch an die, die niemals antworten. Backen und vorkochen nicht vergessen, am besten in großen Mengen, nur das Teuerste und Komplizierteste, der Herd muss glühen, so wie die eigene Stirn. Ab sofort täglich mehrfach Einkaufen fahren, auch wenn man eigentlich gar nichts will. Muss das jetzt unbedingt alles gleichzeitig geschehen, jetzt, nur wegen Weihnachten?

Ach Gott, ach Gott, was irren die Menschen durchs die Einkaufszentren, suchen verzweifelt nach noch mehr Geschenken, denn sie wollen den Kindern eine Weihnacht wie im Paradies bieten. Stress pur! Umfragen bestätigen, dass für viele Menschen die Vorweihnachtszeit die stressigste des Jahres ist. Wie bitte?
So wird das Fest der Ruhe und der Besinnung zur Burnout-Falle. Adventzeit ist gleich Unruhezeit. Sogar Versicherungen warnen: die Unfallgefahr vor Weihnachten ist besonders hoch. Der Grund dafür: Hektik überall.

Warum nicht den Blick auf das Wichtige lenken? Denn bei einer rein weltlichen Betrachtung wäre Weihnachten eine besondere Gelegenheit, um zur Besinnung zu kommen und schöne, stimmungsvolle und glückliche Stunden zu verbringen.
Es muss/kann nicht alles zur gleichen Zeit getan werden: Tennis, Fußball, Bastelgruppe und dann wäre vielleicht doch noch Platz für die Gitarrenstunde. Natürlich dürfen die Zeiten vor dem Computer nicht vergessen werden und schon gar nicht die Schularbeiten. Kein Wunder, dass schon Knirpse ein iPhone brauchen. Sie müssen ja ihre Termine verwalten können. Und all das staut sich dann auch in der Adventzeit.

Die Geschenke dürfen nicht vergessen werden. Auf zum obligatorischen Besuch auf den Weihnachtsmarkt, obwohl der für Menschen mit akuter Platzangst nicht geeignet ist. Genauso wenig für kleine Kinder, die durch die Menschenmassen getrieben werden. Von der romantischen Weihnachtsatmosphäre bekommen unsere Kleinen sowieso so gut wie gar nichts ab, weil die Stände mit Spielzeug, Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck nur auf Augenhöhe der Erwachsenen sind.
Sorgen Sie lieber für einen sanften Übergang. Sie müssen (und können) nicht alles aufholen, was Sie in den vergangenen elf Monaten noch nicht geschafft haben. Befreien Sie sich vom Küchenfrust. Weihnachten und gutes Essen gehören zusammen, aber nicht mit einen Aufwand, der Sie bis Ende Jänner nicht mehr erholen lässt.

Halten Sie Maß und vermeiden Sie diese Maßlosigkeit. Schenken Sie lieber einige bewusst ausgewählte Dinge, statt Berge von Paketen, bei denen der Empfänger zum Schluss gar nicht mehr weiß, was alles drin war.
Nun das Wichtigste: schaffen Sie ein heiteres Fest. Quälen Sie sich und Ihre Familie deshalb nicht mit dem Anspruch, alles "perfekt" machen zu müssen. Gönnen Sie sich stattdessen mehr Entspannung, Leichtigkeit und Heiterkeit!
Der Weihnachtsstress ist nicht Art unserer Alltäglichkeit. Wir haben immer mehr Anforderungen im Job. Wir fühlen uns immer unsicherer und die permanente Angst etwas falsch zu machen ist in der Vorweihnachtszeit besonders groß. Genug Gründe dafür gibt es, denn wir wollen alles tun, damit es uns, der Familie und den Kindern besser geht. Geht es uns dann wirklich besser? Werden Beziehungen deshalb besser? Verlieren Kinder nicht die Kindheit, wenn sie leben wie Erwachsene und vergessen Eltern nicht ihre Kinder, wenn sie sie nicht wie Kinder behandeln?

Sicherlich änderten sich die Zeiten und auch unsere Ansprüche. Natürlich wachsen die Erwartungen oder besser gesagt werden sie nach oben geschraubt. Von wem eigentlich? Bestimmt haben Sie bessere Ideen, wie man Weihnachtsstress vermeiden kann.

Otto wünscht euch eine stresslose Vorweihnachtszeit.
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 22.11.2016 | 21:50   Melden
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Poldi Lembcke aus Ottakring | 22.11.2016 | 22:40   Melden
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Elfriede Endlweber aus Graz-Umgebung | 23.11.2016 | 09:12   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 26.11.2016 | 12:24   Melden
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