14.09.2016, 10:30 Uhr

"DigiBib" in Fernitz gestartet

Wolfgang Moser, Doris Weihs, Ursula Lackner und Bürgermeister Karl Ziegler (v. l.) bei der Präsentation in Fernitz-Mellach.

Steirische Bibliotheken verleihen ihre Medien nun online. Startschuss fiel in Fernitz-Mellach.

"Wir sind heute aus zwei Gründen in Fernitz-Mellach", sagte Landesrätin Ursula Lackner vergangene Woche zu Beginn der Präsentation von DigiBib Steiermark. Die Landesrätin für Bildung und Gesellschaft startet mit einer Leseoffensive in den politischen Herbst. Auch ein Grund dafür ist die erschreckende Lesekompetenz der Österreicher, die eine OECD-Studie ergeben hat. Demnach verfügen 970.000 Österreicher zwischen 16 und 65 Jahren über eine niedrige oder gar keine Lesekompetenz. DigiBib Steiermark ist ein zukunftsträchtiger Schritt, um auch junge Menschen wieder vermehrt zum Lesen zu bringen. Das System ermöglicht das Ausleihen von digitalen Medien über das Internet. "Fernitz-Mellach ist die erste regionale Bibliothek, die heute mit Knopfdruck online geht", berichtete Lackner. 35 Bibliotheken in der Steiermark beteiligen sich auch am Projekt, weitere sollen folgen. "Damit wollen wir die steirischen Bibliotheken in ihrem Angebot stärken." 21 Tage können die Medien mittels E-Reader, Smartphone oder anderen Endgeräten ausgeliehen werden. In Fernitz-Mellach ist man mit einem Jahresbeitrag von 15 Euro dabei. "Das ist auch für nicht mobile Menschen ein großer Schritt", so die Landesrätin.

Neue Bibliotheksbegleiter

Der zweite Grund, warum der schönste Blumenort der Steiermark ausgewählt wurde, war die Vorstellung der regionalen Bibliotheksbegleiter. Eine davon ist mit Doris Weihs (siehe rechts) die örtliche Bibliothekarin. Weihs ist für den steirischen Zentralraum zuständig. Insgesamt haben steiermarkweit vier Bibliotheksbegleiter vergangene Woche ihre Arbeit aufgenommen. Die Bibliothekarin hat in Fernitz-Mellach den Leserstand in den letzten Jahren von 98 auf 1.000 Leser erhöhen können. "Ohne Unterstützung des Trägers, der Gemeinde Fernitz-Mellach, wäre das nicht möglich", weiß die Fernitzerin. Aufgabe wird es sein, die Zusammenarbeit der öffentlichen Bibliotheken in den Regionen zu fördern. Eine zusätzliche Herausforderung stellt die Tatsache dar, dass die Bibliotheken von unterschiedlichen Organisationen, in erster Linie aber von Gemeinden, getragen werden. Rund 1.200 ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen für den reibungslosen Ablauf in den 200 steirischen Bibliotheken. "Wir versuchen, das Ehrenamt zu stärken", sagt Wolfgang Moser vom Lesezentrum Steiermark.
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