23.11.2016, 10:36 Uhr

Gemeinde kämpft um ihren Skilift

Zeichen setzen für den Skisport und die Region: Besonders Kinder sollen wieder mehr Spaß im Schnee haben. (Foto: Steiermark Tourismus/Ikarus)

Der Wintertourismus soll angekurbelt werden – doch zuvor gilt es, den regionalen Skispaß zu fördern.

Land der Berge, Land des Skisports – bei internationalen Bewerben lehren die österreichischen Skiasse die Konkurrenz in bewährter Manier das Fürchten. Doch in den weniger professionellen Reihen sieht es mit dem Skinachwuchs eher aper aus.

Touristiker reagieren

Gehörte früher ein Winter- und Skiurlaub quasi zum Urlaubsrepertoire, verzichten die Steirer immer öfter auf die Woche im Schnee, weil diese für eine mehrköpfige Familie schlicht unerschwinglich geworden ist. Rechnet man Quartier, Verpflegung und Liftkarten zusammen, dann sind für sieben Tage mindestens um die 2.000 Euro zu berappen. Touristiker sind sich dieses Trends bewusst und setzen daher verstärkt auf Familien. So startet die Steiermark heuer erstmals mit dem 'Familienskifest' (17. Dezember) in die Wintersaison. Damit sollen in insgesamt 37 steirischen Ski- und Langlaufgebieten die kleinen Wintersportler und deren Eltern angesprochen werden. "Damit wir auch in Zukunft erfolgreich sind, müssen wir schon heute die jungen Gäste besonders ansprechen", erläutert Christian Buchmann, Tourismuslandesrat.

Regionale Entwicklung

So sieht es auch St. Radegunds Bürgermeister Hannes Kogler. "Wenn es uns nicht gelingt, für Skinachwuchs zu sorgen, werden wir in ein paar Jahren Probleme haben", zeigt sich der Ortschef besorgt. Schon seit 1964 werden auf der Scherbauerwiese vor allem Kinder und Familien beim Skifahren gefördert. Neben aktuell fehlendem Schnee stellt sich jedoch die Frage, ob bald überhaupt noch runtergebrettert werden kann. Bisher ist man mit dem allgemeinen Verlauf zwar zufrieden, aber um für den Sport und die Region ein Zeichen setzen zu können, sucht man nach Finanzierungsmöglichkeiten. Vier Millionen Euro sind notwendig.
Zusammen mit Stattegg und Kumberg hat St. Radegund ein Drittel der Studien zur Machbarkeit, zu den Wirtschaftlichkeitsberechnungen und zu einem meteorologischen Gutachten übernommen. Gespräche mit dem Land Steiermark gibt es bereits, auf einen Termin wird aber noch gewartet. "Mit der Finanzierung fällt oder steht natürlich der Skispaß", sagt Kogler. Andere finanzielle Optionen sieht er in Crowdfunding- oder Förderungsinitiativen im Rahmen des EU-Leaderregion-Projekts. "Für die Region ist die Sicherung der Skipisten enorm wichtig. Daher müssen wir uns fragen, ob es uns das wert ist", fügt er hinzu.
Das zu schaffende Angebot sei Bürgermeister Kogler zufolge auch für Städter interessant, die Scherbauerwiese eine Einladung für Grazer Schüler: "Viele Familien können sich das Skifahren nicht mehr leisten. Statt einer geplanten Skiwoche kann doch auch unter der Woche, an einzelnen Schultagen gefahren werden. Der Schwerpunkt muss auf Kinder und Familien gesetzt werden."
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