15.11.2017, 05:30 Uhr

Gratwein-Straßengel: Mülldebatte geht weiter

Die Opposition überreichte Bürgermeister Harald Mulle beim Ortsteilgespräch die Unterschriftenliste. (Foto: KK)

Die Opposition fürchtet Schließung des ASZ Rein und legt eine Petition vor.

Schließen oder nicht schließen – das ist hier die Frage: Die Diskussionen rund um ein mögliches Aus des Altstoffsammelzentrums (kurz: ASZ) in Rein und eine Vereinheitlichung der Müllsammlung (wir haben berichtet) geht unter den Gemeinderäten von Gratwein-Straßengel in die nächste, hitzige Runde.

Müllrücklagen

Bei den letzten Ortsteilgesprächen legten ÖVP, FPÖ und UGS Bürgermeister Harald Mulle eine Petition mit über 1.200 Unterschriften vor. Anlass der überparteilichen Unterschriftenaktion ist die Sorge um die Schließung des ASZ und die damit einhergehenden längeren Wege zum ASZ Judendorf-Straßengel oder zum angedachten Ressourcenpark in Peggau. "Viele Bürger sind verunsichert durch die Situation und sind an uns herangetreten", sagt Birgit Krainer. "Argumentiert wird die Schließung damit, dass angeblich hohe und unrentable Investitionen zu tätigen wären", heißt es vonseiten der FPÖ. "Das ist eine unglaubliche Frechheit, zumal es in der Altgemeinde Eisbach Müllrücklagen in der Höhe von rund 200.000 Euro gab", so der zweite Vizebürgermeister Wolfgang Lagger.

Einstimmiger Beschluss

Längere Autofahrten für die Müllbringung sind für die ÖVP problematisch, weil sie einem ökologischen Grundgedanken widersprechen würden. "Schon jetzt ist der Ortsteil Gratwein verkehrstechnisch völlig überlastet", so Krainer. Wobei: Von einer Schließung ist bislang noch immer nicht die Rede. Lediglich Sperrmüll und Problemstoffe sollen aufgrund rechtlicher Grundlagen andernorts verteilt werden. Metall- und Glasverpackungen, Kartonagen, Grün-, Baum- und Strauchschnitt sowie die Tierkörperverwertung werden vor Ort in Rein beibehalten. Ein Ausbau sei aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, lässt Max Höfer, Obmann des Fachausschusses für Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, wissen. "Ich bin komplett verwundert über die Reaktion der Opposition, da es einen einstimmigen Beschluss über die Vorgehensweise bezüglich Ressourcenpark in der letzten Ausschusssitzung gegeben hat, die alle Fraktionen im Übrigen einstimmig mitgetragen haben."

Bürgerversammlung

Eine Neuplanung bzw. Vereinheitlichung der Müllsammlung, wie es der Abfallwirtschaftsverband vorsieht, ist für die Grünen prinzipiell zu begrüßen. Zugleich sehen sie einen Vorteil für die Gemeindebürger: "Insgesamt sollen den Gemeindebürgern um ein Vielfaches erhöhte Öffnungszeiten des ASZ in Judendorf zur Verfügung stehen und möglichst viele Wertstoffe sollen extra gesammelt und getrennt werden", sagt Sandra Krautwaschl und gibt an, dass die Grünen den Vorschlag gemacht haben, eine Bürgerversammlung einzuberufen, "sobald alle Fakten und ein endgültiger Plan für die künftige Abfallsammlung in unserer Gemeinde auf dem Tisch liegen".
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