20.12.2017, 05:30 Uhr

Heiligabend bleiben die Türchen zu

Auch die Mitglieder der Wirtschaftskammer gönnen den Angestellten ein bisschen mehr Ruhe am Heiligen Abend. (Foto: kichigin19)

Handelsangestellte dürfen sich freuen, denn der 24.12. ist ein Sonntag. Mehr Zeit für die Familie.

Während die Türchen am Adventkalender fleißig geöffnet werden, bleiben andere in diesem Jahr geschlossen, und zwar die der Geschäfte am 24. Dezember. Denn der Heilige Abend fällt heuer auf einen Sonntag. Die WOCHE sprach mit WKO-Spartenobmann für den Handel, Alois Siegl, und WKO-Spartenobmann für Gastronomie, Klaus Friedl, über das Arbeiten in der Weihnachtszeit.

Keine besinnliche Zeit

Die Straßen werden voller, die Schaufenster bunter, die Menschen hektischer. Vielerorts ist gerade aus diesem Grund von der besinnlichen Zeit nicht viel zu spüren. Besonders für jene, die hinter den Kassen und Theken stehen, bedeutet das Weihnachtsgeschäft Stress. Auch der 24. Dezember wird genutzt, um schnell noch Geschenke einzukaufen. Doch in diesem Jahr macht der Kalender dem Handel einen Strich durch die Rechnung, weil der Heilige Abend auf einen Sonntag fällt. Ausnahmen bilden etwa Bahnhofsgeschäfte. Für Siegl, selbst Unternehmer, kein Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil. Er begrüßt den Umstand, dass die rund 400.000 Handelsangestellten aus GU Zeit für die Familie haben: "Wer am 24. arbeiten muss, kommt selten pünktlich aus dem Geschäft. Dann sind die Leute abgehetzt und wahrscheinlich nur noch müde. Der Heilige Abend kann so nicht genossen werden."

Die Last-Minute-Einkäufer

Einem Einkaufs- und Geschenkerausch am 24. 12. kann Siegl ohnehin wenig abgewinnen. "Die einkaufsstärksten Tage sind der 22. und 23. Das sind Last-Minute-Einkäufer. Und seien wir ehrlich: Lebensmittel können im Vorhinein eingekauft werden. Jeder hat einen Kühlschrank zuhause", sagt er. Umgekehrt kann auch an die Chefs appelliert werden. Zwar sind der Heilige Abend und Silvester keine Feiertage im Sinne des Feiertagsruhegesetzes, viele Kollektivverträge legen aber einen früheren Dienstschluss fest. Alle Stunden, die darüber hinausgehen, sind mit mehr Lohn und Zeitausgleich verbunden. Für Firmenbetreiber, so Siegl, entstehen deshalb höhere Kosten.

Gastro entscheidet individuell

Klaus Friedl wünscht auch den Angestellten in der Gastronomie am 24. mehr Zeit im Kreise ihrer Liebsten. Er selbst ist Gastronom und kennt die Herausforderungen des Berufes. "Betriebe können individuell entscheiden, ob sie länger als bis 14 Uhr geöffnet haben", sagt er und spricht weiters von einem Trend, der die Gastroszene in Graz-Umgebung von jener in der Stadt Graz unterscheidet: "Im Bezirk trinkt man gemütlich noch eines und geht dann nach Hause. In Graz werden Christmas-Partys immer gefragter." Er selbst sei am Heiligen Abend zu später Stunde noch nie unterwegs gewesen, wisse aber, dass viele Menschen nach der Mitternachtsmesse direkt in ein Lokal gehen und auch bis in die frühen Morgenstunden gerne ansitzen. "Einige Gastronomen sperren auch erst am Abend des 24. auf", sagt er. Im eigenen Gastrobetrieb sei es stets so gehandhabt worden, dass am 24. früh geschlossen und am 25. nur für das Mittagsgeschäft geöffnet wurde. "Wer am Christtag nicht selbst kochen mag, der geht ins Gasthaus und lässt sich dort kulinarisch verwöhnen. Dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden. Die Gäste zeigen Verständnis dafür, wenn nach dem Essen das Gasthaus wieder zugemacht wird. Und das Personal packt fleißig mit an, freut sich aber auch, wenn es wieder nach Hause geht", verrät Friedl.

Welche Regelungen für Angestellte und Chefs während der Weihnachtswochenenden gelten, könnt ihr hier nachlesen.
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