21.04.2016, 21:24 Uhr

Ingrid Portenschlager in der NMS Laßnitzhöhe

NMS Laßnitzhöhe
Laßnitzhöhe: NMS Laßnitzhöhe | Als Zeitzeugin der 2. Generation war Ingrid Portenschlager am 15. April 2016 in der NMS Laßnitzhöhe eingeladen. Ihr Vater Ernst Reiter war als Zeuge Jehovas wegen Wehrdienstverweigerung viereinhalb Jahre im KZ Flossenburg inhaftiert.

Frau Portenschlager erzählte sehr berührend, was es für sie und ihre zwei Schwestern bedeutet hat, von einem schwer traumatisierten Vater erzogen zu werden. Sie erklärte an vielen Beispielen, welch unvorstellbare Tortouren ihr Vater im KZ ausgesetzt war.

Aber auch die Töchter von Ernst Reiter hatten in der Schule darunter zu leiden, dass ihr Vater im KZ war. Eine Lehrerin schikanierte und demütigte Ingrid und ihre Zwillingsschwester und bezeichnete die Mädchen abfällig als Kinder eines KZlers. Die Verwandten der Mutter sprachen ebenfalls immer vom KZler, bis sie erst im vorgerückten Alter, ihren Vater als wertvollen Menschen schätzen lernten.

So waren selbst die Kinder von KZ Häftlingen „Betroffene“ und in diesem Sinne sind auch sie Zeitzeugen, eben „Zeitzeugen der 2. Generation“. Das Trauma überträgt sich auf die nächste Generation und so sind auch die Nachgeborenen sehr wohl in der Lage, die Geschichte ihrer Eltern weiterzugeben sowie aufzuzeigen, wohin Intoleranz, Vorurteile und Verhetzung führen können.

Nachdem Ernst Reiter vor zehn Jahren 91-jährig verstarb, sieht Ingrid Portenschlager es als ihre Pflicht, die Jugend über diese schreckliche Zeit, in der die Menschenrechte mit Füßen getreten wurden, zu informieren, damit eine solche Zeit nie mehr kommen möge.
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