23.11.2016, 11:00 Uhr

Kreatives Handwerk und Lebensbegleiter

Martin Wieser und seine Lebensgefährtin Martina Poller üben ihr Handwerk, trotz starkem Mitbewerb, gerne aus. (Foto: WOCHE)

Diese Woche haben wir uns mit 'Blumen Wieser' getroffen und über das jahreszeitliche Geschäft gesprochen.

Advent und Weihnachten rücken immer näher. Für Blumengeschäfte ist diese Zeit eine der wichtigsten im Kalenderjahr. Wie es um das kreative Handwerk steht, darüber haben wir uns mit Martin Wieser und Martina Poller unterhalten.



WOCHE: Eine der einkaufsstärksten Zeiten steht den Blumengeschäften bevor. Was wünschen Sie sich für die kleineren Betriebe?
Martin Wieser: Ich wünsche mir, dass wieder zeitgerecht gearbeitet wird. Im Frühjahr ist das Geschäft anders gestaltet und dekoriert als im Winter, auch die Ware ist eine andere. Damit der Kunde sich orientieren kann. Wenn die Großen aber jederzeit alles zur Verfügung stellen und zum Beispiel schon lange vor der Weihnachtszeit damit anfangen, entsprechende Artikel zu verkaufen, sind die Kleinen fast gezwungen, mitzuziehen. Das ist oft nicht gut für das Geschäft. Der Mitbewerb ist wirklich groß.

Macht man die Arbeit dann noch gerne?
Natürlich. Auf jeden Fall! Ich bin mit Blumen aufgewachsen, meine Eltern hatten eine Baumschule. Mich hat es immer ins Blumengeschäft gezogen. Marina Poller: Dahinter steckt ja auch ein Handwerk, das wir sehr gerne machen. Das Geschäft ist wie ein eigenes Kind.

Wie erklären Sie Blumenmuffeln den Preis für einen Adventkranz, wenn er bei Handelsketten viel günstiger ist?

Wieser: Man bezahlt ja nicht nur das Produkt, sondern auch das Handwerk, die Arbeit, die speziellen Kerzen oder auch das Fachwissen über Tanne und Co.

Was kann der kleine Betrieb, das die großen Ketten nicht bieten?
Wir haben keine Massenware und nichts zum "Rausschleudern". Jeder Kunde hat einen eigenen Geschmack und jedes Teil soll auch ein Unikat sein. Der Kunde soll sich willkommen fühlen, Service genießen, Fragen stellen können. Und er soll das Gefühl haben, dass der Strauß oder der Kranz genau für ihn gemacht wurde. Poller: Blumen zu kaufen kann ein Erlebnis sein.

Pflanzen und Blumen sind vergänglich – warum sollte man sie kaufen?
Blumen sind für die Seele. Sie begleiten einen ein Leben lang. Wie eine Tradition. Als wir vor acht Jahren geöffnet haben, kamen Burschen rein, die der ersten Freundin die erste Rose gekauft haben. Heute bestellen sie Blumen für Geburtstagsfeiern oder die eigene Hochzeit oder einen Kranz für das Begräbnis eines verstorbenen Verwandten.

Bekommen Sie direkt Feedback?
Ja. Viele Kunden kommen nach einiger Zeit, kaufen nichts, aber sagen uns, wie schön der Kranz war oder wie lange die Blumen gehalten haben. Ein zufriedener Kunde freut mich sehr.




Zum Unternehmen
"Am Fuße des Straßengler Kirchbergs" gibt es seit über 30 Jahren ein Blumengeschäft. Wieser und Poller haben das Geschäft im September 2009 von Martina Auer übernommen. Bis vor Kurzem waren noch zwei Mitarbeiter in Teilzeit angestellt. Lehrlinge wurden noch keine hier ausgebildet. Firmenphilosophie: "Es ist Zeit für schöne Dinge!" Portfolio: Floristik für jeden Anlass, Frischblumen und Sträuße, Trauerschmuck, Grabpflege und -gestaltung, Pflanzen indoor/outdoor, Geschenksartikel.
Kontakt: 'Blumen Wieser', Straßengelstraße 1, 8111 Judendorf-Straßengel, 03124/52 788, www.blumen-wieser.at

Zum Unternehmer
Martin Wieser (44) schloss die Lehre zum Floristen und Blumenbinder ab, arbeitete über 10 Jahre im elterlichen Baumschulbetrieb und war danach in verschiedenen Betrieben tätig. Martina Poller (35) schloss die Lehre zur Bürokauffrau ab und war bis 2007 Kalkulatorin bei Siemens Österreich. Ab der Geburt des Sohnes 2007 half sie vorerst im Blumengeschäft aus, mit Ende der Karenz blieb sie.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.