19.01.2018, 14:40 Uhr

Radverkehrskonzept nimmt Fahrt auf

Sind sich über ein Radverkehrskonzept einig: Gratkorns Bgm. Helmut Weber, Obmann für Auschuss für Umwelt und Verkehr (Gemeinde Gratkorn) Johann Preitler, LR Anton Lang, Gratwein-Straßengels Bgm. Harald Mulle, Fachausschussobmann Straßen und Verkehr (Gratwein-Straßengel), GR Josef Harb (v.l.) (Foto: Marktgemeinde Gratwein-Straßengel)

Land Steiermark und die Gemeinden Gratwein-Straßengel und Gratkorn setzen zusammen auf die Stärkung des alltäglichen Radverkehrs.

Die 2016 beschlossene "Radverkehrsstrategie 2025" nimmt feste Formen an, das dazugehörige Förderprogramm liegt vor. "Klares politisches Ziel als Verkehrs-, aber auch als Umwelt- und Sportlandesrates ist es für mich, den Radverkehr in der Steiermark zu stärken", sagt Landesrat Anton Lang. Dabei legt er besonderen Fokus auf den Alltagsradverkehr, das Fahrrad soll als "vorrangiges Verkehrsmittel für die kurzen Weg des Alltags noch attraktiver" gemacht werden, immerhin sind gut 50 Prozent der Wege des täglichen Bedarfs kürzer als fünf Kilometer. Mit dem Fahrrad würde man dazu circa 20 Minuten benötigen. "Genau für diese Distanzen ist das Rad ein optimales Verkehrsmittel, eine echte Alternative und eine wichtige Ergänzung zu anderen Mobilitätsformen. Wir wollen das Fahrrad als wesentliches Bindeglied einer nachhaltigen, aktiven und multimodalen Mobilität in der Steiermark etablieren", sagt Lang.

Vorbildfunktion in GU-Nord

Mit einem guten Beispiel gehen Gratwein-Straßengel und Gratkorn voran. Wie bereits berichtet ("Radfahrverkehrskonzept: zwei Gemeinden satteln um") legen beiden Gemeinden zusammen ein Radverkehrsstrategie-Konzept auf den Tisch, dass infrastrukturelle, bewusstseinsbildende und organisatorische Maßnahmen berücksichtigt. "Es freut mich, dass sich die beiden Marktgemeinden als die beiden ersten Gemeinden in Kooperation dazu entschlossen haben, den durch die Radverkehrsstrategie 2025 skizzierten Weg mit uns zu gehen", lobt Lang die Bemühungen der Gemeinden.  Wichtig ist dem Landesrat, "dass man auch über Gemeindegrenzen 'hinwegdenkt'. Schließlich interessiert den einzelnen Radfahrer, die einzelne Radfahrerin nicht, wo die Ortstafel steht, sondern vielmehr, dass es ein attraktives und sicheres Radverkehrsnetz gibt".

Lebensqualitäten steigern

Das erarbeitete Konzept wird für die kommenden Jahren die Grundlage zur Entwicklung des Radverkehrs darstellen. Das Land, die Gemeinden, der Baubezirksleiter und externe Fachplaner spielen zusammen. "Wir wissen, dass täglich rund 17.000 KfZ' über die Murbrücke im Norden der beiden Gemeinden fahren – der kleinregionale gemeindegrenzen-überschreitende Austausch ist enorm. Den Radverkehr auszubauen, macht aus umwelt- und verkehrspolitischen Gründen Sinn, zusätzlich trägt es auch zur Lebensqualität der Bürger in unseren beiden Gemeinden bei", sagt Gratwein-Straßengels Bürgermeister Harald Mulle. "Daher haben wir den Vorschlag des Landes Steiermark gerne aufgegriffen und den Start der Erarbeitung eines umfassenden Radverkehrskonzeptes veranlasst."

Lückenloses Radverkehrsnetz

In die Ideen für ein lückenloses Radverkehrsnetz fallen unter anderem einfache Markierungsarbeiten, Verordnungen oder umfassende bauliche Maßnahmen. Vor allem aber die direkte, sichere Verbindung zwischen beiden Gemeinden soll eine Rolle spielen. "Besonders wichtig ist uns die Einbindung der Bevölkerung in die Erarbeitung des Konzeptes. Dazu werden wir die Ideen unserer Bürger einfließen lassen, denn schließlich sind sie es ja, die das Fahrrad im Alltag verstärkt nutzen sollen und die bestehenden Verkehrswege in den Gemeinden am besten kennen", teilt Gratkorns Bürgermeister Helmut Weber mit.

Erarbeitung bis Sommer 2018

Im ersten Schritt wurde die Entwicklung des Radverkehrskonzeptes abgehakt. Mulle verweist darauf, dass es Workshops und Termine geben wird, in denen einzelne weitere Schritte abgewickelt werden. Aus Sicht der Baubezirksleitung Steirischer Zentralraum ist die Kooperation zugleich eine Wertsteigerung: "Das Radverkehrskonzept enthält eine Vielzahl von Maßnahmen, welche den Radverkehr fördern werden. Die infrastrukturellen Maßnahmen betreffen den Ausbau mit Hauptrouten und Nebenrouten, die Entschärfung von konfliktreichen Knotenpunkten mit höchster Priorität, das Aufstellen von Radabstellanlagen und ein Leitsystem", sagt Baubezirksleiter Thomas Hofer.
Fertiggestellt werden soll das Radverkehrskonzept im Sommer. Zwischen dem Land und den Gemeinden kommt es zu einem Rahmenvertrag, worin der verbindliche Umsetzungsplan für die nächsten Jahre enthalten ist.
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