09.11.2016, 00:00 Uhr

Seiersberg-Pirka: ,Lösung‘ für Kauftempel

Die Kopie des Grazer Uhrturms wird noch länger bei der Einfahrt der Shopping City stehen. Eine Lösung scheint in Sicht. (Foto: KK)

Begutachtung für Standort-Verordnung der Shopping City gestartet. Andere Lösung scheint wahrscheinlich.

Seit dem Sommer steht die Shopping City Seiersberg steiermarkweit im Rampenlicht. Und das nicht unbedingt positiv. Wie die WOCHE berichtet hat, wurden vom Verfassungsgerichtshof im Juli die Verordnungen der Gemeinde Seiersberg-Pirka für gesetzeswidrig erklärt. Der Einkaufstempel im Süden von Graz müsste mit 15. Jänner 2017 de facto zusperren oder die Verbindungswege zwischen den fünf Bauten abreißen lassen.

Öffentliches Interesse

So weit wird es aber nicht kommen. Die Abteilung für Umwelt und Raumordnung im zuständigen Ressort von Landesrat Anton Lang hat nun den Entwurf für eine Einzelstandortverordnung für die kommenden acht Wochen zur Anhörung aufgelegt. Der Antrag für diese Einzelstandortverordnung wurde ja bereits im Mai von der Gemeinde Seiersberg-Pirka eingebracht. Für eine solche Erlassung ist ein umfassendes Verfahren durchzuführen, bei dem Fragen wie Entwicklung des Gesamtraums, Siedlungsstruktur sowie Verkehrsaufkommen zu berücksichtigen sind. Die vom Land beauftragte "Standort + Markt Beratungsgesellschaft" hat das Gutachten über die Entwicklung der Zentren im Raum Graz erstellt.
Darin geht beispielsweise hervor, dass die negative Entwicklung einzelner innerstädtischer Grazer Standorte näher gelegener Einkaufszentren geschuldet sei. Ebenso bestehe an der Einkaufscity ein öffentliches Interesse, aufgrund der günstigen Lage bestehe eine Existenzberechtigung. Das sieht Hermann Schilcher, Sprecher der Bürgerinitiative Seiersberg, selbstverständlich anders. "Obwohl Seiersberg ein ausgewiesenes Lärm- und Luftgütesanierungsgebiet ist, dürfen die Anwohner weiterhin die hohe Verkehrsbelastung ins Handelszentrum schlucken", poltert Schilcher. Die wahrscheinlichere Lösung für den Erhalt des Shopping-Tempels ist eine Novellierung des Landes-Straßenverwaltungsgesetzes. Diese ist vom Landtag durchzuführen. Spannung im politischen Herbst ist also garantiert.
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