11.10.2017, 05:30 Uhr

Steht das ASZ Rein vor dem Aus?

Abholen lassen oder hinbringen, zusammenlegen oder alles beim Alten? Die Großgemeinde denkt über ein neues Müllsystem nach. (Foto: Pixabay)

Gerüchten zufolge soll das Altstoffsammelzentrum geschlossen werden. Wir haben nachgefragt.

Unruhe herrscht unter den Gemeinderäten in Gratwein-Straßengel, denn Stimmen wurden laut, die die Schließung des Altstoffsammelzentrums (kurz ASZ) in Rein ankündigten. Während die ÖVP Gratwein-Straßengel darüber klagt, über eine mögliche Schließung nicht informiert worden zu sein, klärt Max Höfer, Obmann des Wasserversorgungs-, Abwasserentsorgungs- und Abfallwirtschaftsausschusses auf Nachfrage der WOCHE auf, dass die Betonung auf "möglich" liege. Denn ein Beschluss, der das Aus für das ASZ Rein bedeutet, liege nicht vor: "Nichts wird geschlossen, es wurde ja auch noch nichts entschieden." Auch Bürgermeister Harald Mulle ließ kurz nach dem Aufkommen der Gerüchte offiziell verlautbaren, dass es noch "keine endgültige Entscheidung gibt, sondern erst in den nächsten Sitzungen des Fachausschusses zu dieser Causa weitere Beratungen stattfinden werden".

Ressourcenpark

Hintergrund der Diskussion zwischen den einzelnen Fraktionen ist die Überlegung des Abfallwirtschaftsverbandes für Graz-Umgebung, mehrere kleine Altstoffsammelzentren zu einem sogenannten Ressourcenpark zu vereinen. Der Standort eines solchen wäre für Peggau angedacht. Grund für eine mögliche Zusammenlegung sind wiederum Kosteneinsparungen.

Problem Problemstoffe

Weiters steht im Raum, dass die Sammlung von Problemstoffen in Eisbach-Rein rechtlich nicht mehr möglich ist. Dazu bedürfe es zusätzlicher Bestimmungen, für die dieses ASZ zu klein sei, erklärt Höfer. Fakt ist, dass bei einer eventuellen Schließung des Standorts Rein für den herkömmlichen Müll die Bewohner entweder auf das ASZ in Judendorf-Straßengel oder eben – falls dieses kommt – nach Peggau ins ASZ ausweichen müssten.
Um dieses Dilemma zu lösen, gibt es vom Abfallwirtschaftsverband folgende Überlegung: Das Abholsystem könnte, wie in den Ortsteilen Judendorf und Gratwein bereits üblich, auch auf Eisbach ausgeweitet werden. So würde der Müll – Gelber Sack, Altpapier, Biomüll und Restmüll – abgeholt und müsste nicht mehr hingebracht werden. Für Grünschnitt, Glas und Altmetall soll es Sammelstellen geben.
Höfer versteht die Aufregung um das Müllthema nicht: "In der Fachausschusssitzung wurde einstimmig von allen stimmberechtigten Fraktionen beschlossen, über die Zusammenarbeit von Gemeinde und Abfallwirtschaftsverband, Personalbereitstellung, über die Mitbenutzung in Peggau und die eventuelle Übernahme zu reden. Warum jetzt so ein Gegenwind kommt, ist mir nicht klar."
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