04.11.2016, 15:53 Uhr

Vatikan erkennt 'FriedWald' an

(Foto: FriedWald)
Der 'FriedWald' in der Marktgemeinde Kumberg ist die erste letzte Ruhestätte in dieser Form in Österreich: Als alternative Bestattungsform können in einem zehn Hektar großen Waldgebiet am Fuße des Stöckls Menschen ihre letzte Ruhe an den Wurzeln eines Baumes finden.
Nun hat der Vatikan in einer neuen Instruktion den 'FriedWald' als Bestattungsort offiziell anerkannt. Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche (und deutscher Glaubenspräfekt der Kongregation für die Glaubenslehre seit 2012) stellte vergangene Woche die Unterweisung vor, die vonseiten der katholischen Kirche den richtigen Umgang mit Feuerbestattungen regelt. "Durch Vorträge und unermüdliche Informations- und Kommunikationsbereitschaft haben wir die Diskussion und das Gespräch mit der katholischen Kirche fortwährend aufrechterhalten. Viele Missverständnisse konnten so ausgeräumt werden", sagt Carl Philip Clam, Geschäftsführer und Waldbesitzer 'FriedWald' Oberösterreich.
Nach den neuen Richtlinien zur Feuerbestattung müssen nach der Einäscherung die sterblichen Überreste auf einem Friedhof oder einem geheiligten Ort bestattet werden. Die Asche eines Verstorbenen darf nicht mehr willkürlich verstreut werden.

Als ein solcher heiliger Ort gilt mit der Anerkennung des Vatikans nun auch der 'FriedWald', sofern die Grabstätte nicht anonym bleibt. Die Erklärung der katholischen Kirche räumt zugleich mit Unklarheiten und Unsicherheiten auf. "Eine Beisetzung im FriedWald heißt nicht gleichzeitig, dass sich diese Person von der katholischen Kirche distanziert hat. Im Gegenteil: Beisetzungen im FriedWald werden sehr oft von katholischen Pfarrern begleitet", teilt Monika Fikerment, Regionalbetreuerin des FriedWalds, mit. Da der Standort Schöcklland 2012 mit geistlichem Segen eröffnet wurde, hat die Entscheidung des Vatikans für bisherige und auch zukünftige Beisetzungen keine Auswirkungen.
Das Konzept in Kumberg sieht vor, die Grabstätte unter einem Baum mit einem Schild zu versehen, auf dem Name und Daten und ein Kreuz eingraviert sind. "Trauern und Erinnern sind ein wichtiger Bestandteil unserer Bestattungskultur", erklärt Clam. "Für viele Menschen wird der Wald zu einem Ort, an dem sie Trost finden. Zugleich bedürfen viele Angehörige beim Abschied von einem geliebten Menschen der seelsorgerlichen Unterstützung durch einen Pfarrer. Wir sind froh, dass dies ohne weiteres möglich ist und dass beide 'FriedWald'-Standorte mit geistlichem Segen eröffnet wurden."
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