01.11.2017, 00:00 Uhr

Welchen Klang hat die Welt?

Moritz Nahold erkundigte Städte nach interessanten Klängen mit seinen Ohren. Seine „sounding language story“ ist jetzt in Frohnleiten zu hören. (Foto: Paula Tschira)
In Frohnleiten hat am 4. November um 16:00 die Klanginstallation von Moritz Nahold Premiere. Die Soundskulptur in Kooperation mit Benjamin Thiele und dem Kunst off-space Narrenkastl ist im Kiosk am Brückenkopf, Aufgang zum Tabor, bis 13. November zugänglich.

Der in Wien lebende Frohnleitner dokumentierte seine Reise  durch Ungarn, Serbien, Montenegro, Bosnien und Kroatien mit Tonaufnahmen. Entstanden ist daraus ein vom Land gefördertes Projekt zum Thema: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ (Wittgenstein). In Anlehnung an die Kulturszene Trigon, 1963 vom damaligen Kulturlandesrat Hanns Koren gegründet, sollen damit Grenzen unterschiedlicher historischer und gesellschaftspolitischer Prägung durch zeitgenössische Kunst aufgebrochen werden. Diese Grenzen bedeuten heute in unserer Gesellschaft auch unterschiedliche Sprachen und Temperamente, Töne, Bilder, Zeichen und Rituale, die den Alltag bestimmen. Naholds Sprachensound-Story überwindet diese Grenzen, denn Musik und Klang sind für den 25jährigen Soundkünstler eine universelle Sprache, die keine Barrieren kennt.

„Mein erster Stopp war Budapest. Die große Markthalle war perfekt für Aufnahmen, Sprachen aller Herkunft mischten sich mit denen der Einheimischen und schichtete sich zu einem einzigen Schwall aus“, blickt der Künstler auf die Anfänge zurück. In der Bucht von Kotor zeichnete er den Sound einer Muschelfarm auf, zu hören sind die Töne knackender Muschelschalen, die sich mit dem Smalltalk der Bauern mischen. Letzte Station war Zadar, wo Nahold Tonaufnahmen einer unendlich klingenden Orgel, gespielt vom niemals ruhenden Meer machte. Und so wird die Ausstellung in Frohnleiten auch zu einer auditiv erlebbaren Klangreise durch Trigon.

Nahold arbeitet und komponiert für Theater, Film, Performance und Installationen, war Mitglied bei diversen Orchestern, Jazzcombo, Big Band und Musikverein Frohnleiten und studiert derzeit Computermusik und elektronische Medien in Wien. Unter seinem Namen und dem Pseudonym „Hren“ veröffentlichte er elektroakustische Kompositionen.
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